Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Sheyna seit: 118 Tagen
Yavinja seit: 55 Tagen
Kaei Avéyu seit: 16 Tagen
Caspar seit: 14 Tagen
Andraki seit: 8 Tagen


Tears of Destiny » Rollenspiel » 5. Winter 1926/27 » Nachtlichter
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INSIDE OF ME
______________________

All we need is to believe
Someday we will find a way
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Ria P. - dawnthieves.de

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04.12.2011

Da lief doch irgendwas nicht richtig. Die ganze Situation war so schrecklich verquer, dass Kaei die Ohren anlegte. Akando verbiss sich im Hals des Hirsches, nachdem er ihm befohlen hatte, den anderen zu helfen. Zwiegespalten sah er zwischen den Schauplätzen hin und her. Tearl war schlimmer verletzt als Akando, dem er aber aufgrund des Alpha-Status viel mehr verpflichtet war. Und seinen Worten. Akando hatte ihm etwas befohlen. Er wusste, dass er es ausführen musste. Nicht nur, weil er im Rang unter dem Grauen stand, sondern auch, weil seine Erziehung es verlangte. Er war darauf vorbereitet worden. Auch wenn er sich in den letzten Wochen verändert hatte – manche Dinge wurde man einfach nicht los. Und das war auch der Grund, warum er sich schließlich dem zweiten Hirsch zuwandte, der immer wieder die Hufe auf den Boden krachen ließ um Saiyan und Tearl zu treffen und zu verletzen. Und das durfte er nicht zulassen. Das WÜRDE er nicht zulassen.

Kurz überlegte er, wie er den Hirsch angreifen würde. Wenn er nach dessen Hinterbeinen schnappen würde, könnte der Hirsch vorne nicht hochgehen. Nicht nach den Wölfen treten. Und dann hätte Saiyan die Chance sich in die Kehle zu verbeißen. Wenn er selbst nach der Kehle schnappen würde, riskierten sie nur noch weitere Verletzungen. Das war keine gute Wahl. Sie hatten hier schon 2 Verletzte, das war mehr als genug.

“Saiyan. Wenn er mit den Vorderbeinen am Boden ist, beiß ihn in den Hals. Ich werde ihn so lange beschäftigen, wie ich kann!“

Damit sprang er an die linke Seite des Hirsches und fing an, mit klackenden Kiefern nach den Hinterläufen zu schnappen. Bewusst zu knapp gezielt. Beim ersten Mal traf er sogar und spürte wie seine Kiefer sich um das Hinterbein schlossen. Fast hätte er zugedrückt aber da musste er sich schon wieder zurückziehen, denn der Hirsch drehte seinen Kopf und versuchte den Wolf mit dem Geweih zu treffen.

HOME IS WHERE THE HEART IS
25.05.2019 20:45
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I'LL RAISE MY VOICE LIKE A WEAPON
UNTIL THEY FALL TO THE GROUND
and down on your knees you just don't look so tall
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.09.2008

Yacáru drehte leicht die Ohren zurück, als sie Yavinjas Murmeln hörte. Natürlich hatte sie Recht. Aber das lag auch in der Natur der Sache. Nur Wesen mit einem Ich-Bewusstsein waren dazu in der Lage fair zu sein, oder überhaupt das Konzept von Fairness zu verstehen. Das Leben, Zeit und Tod an sich waren nicht fair. Sie konnten es auch nicht sein, weil sie keine Personen waren.
Der Weißen erschien es nicht sinnig zu versuchen, Yavinja diesen Sachverhalt nun zu erklären. Es war nicht wichtig. Und so lächelte sie nur und nickte, als die Jungwölfin mit Überzeugung verkündete, dass Jeanne sie sicher würde hören können, wenn sie ihr ein Lied sangen. Yacáru glaubte es keine Sekunde lang, aber das tat in diesem Moment nichts zur Sache. Yavinja war aufgesprungen und so erhob sich auch die Betawölfin langsam, warf noch einen prüfenden Blick ihren Stein hinunter ins Tal, wo die Gruppe von eben wieder auseinandergegangen war. Schien alles in Ordnung zu sein.
Yacáru blinzelte zu Yavinja hinüber, als diese mutmaßte, dass es bestimmt jemanden gab, dem sie selbst etwas sagen wollen würde. Auch nach all der Zeit ploppte natürlich wieder nur ein ganz bestimmtes Gesicht vor ihrem inneren Auge auf und ein Name kratzte an ihrem Trommelfell. Aber der obligatorische Stich der Enttäuschung in ihrer Brust war dumpf und tat nicht mehr wirklich weh. Sie warf der bunten Jungwölfin ein zahniges Grinsen zu.

„Oh ja, aber derjenige kann von Glück reden, dass er es nicht hören kann.“

Sie wusste gar nicht genau, was sie ihm sagen würde. Vermutlich nicht das, was sie sich in einem stolzen, abgeklärten Moment ausdenken würde. Sie wusste nicht, was das mit ihr machen würde, stände er auf einmal wieder vor ihr. Yacáru konnte sich nur ausmalen, dass sie dicht neben ihrem Akando und ihren Welpen stehen würde und ihm sagte: ‚Schau nur, wie ich gewachsen bin, seit du mich nicht mehr zurückhältst.‘ Vielleicht. Diese Worte würde sie ziemlich sicher schaffen. Ob ihre Stimme in der Realität dabei so fest, wie in ihrer Vorstellung wäre, oder doch brüchig, würde sie nie wissen. Und sie musste es auch nicht.
Entscheidend, dass Yavinja und sie auf andere Gedanken gebracht werden mussten, schnellte Yacáru nun plötzlich nach vorn und knuffte der Welpin in die Schulter.

„Fang mich!“

Damit wirbelte sie herum und sprang in wendigen, kurzen Sätzen die restlichen Steine hinunter, zurück auf den schneebedeckten Abhang Richtung Gebirgsbach.


And in my mind, in the faraway here and now, I've become in control somehow and I never lose my temper, because I will be the picture of of discipline, never messing up anything and I'll be a good respectable member. And it's funny how I imagined that I would be that person now, but it does not seem to have happened, maybe I've just forgotten  how  to  see that I am  not exactly the  person that I thought I'd be
Instead I am exactly the person that I want to be
28.05.2019 11:45
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
cause we could be immortals

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06.12.2006

Immer wieder spürte er die scharfen Luftzüge neben sich, als der Hirsch ihn nur knapp verfehlte – pures Glück, denn so langsam fühlte sich Saiyán so unterlegen in seinem Schutzauftrag, dass alles in ihm nach „Flucht“ schrie: Er musste hier weg! Und im besten Falle zusammen mit den anderen Drein, wobei er sich in erster Linie nur um Tearl sorgte. Während der dunkle Rüde immer wieder laut schnappte und dabei besten Gewissens, jedoch erfolglos, ein Theater veranstaltete, um den durchgedrehten Geweihträger zu verschrecken. Von Akando und Kaei bekam er erst etwas mit, als sein Name fiel und er die Aufmerksamkeit auf die beiden richtete. Ein fataler Entschluss, denn gleich darauf erwischte ihn das Geweih und er flog hart auf den Boden und landete neben Tearl.

Für einen kurzen Moment blieb ihm die Luft weg und Saiyán sah nur noch schwarz vor Schmerz. Zwar gelang es ihm den Kopf viel zu schnell zu schütteln und aus Furcht ein paar Mäuselängen zurückzukriechen, um weiteren Angriffen zumindest zu entgehen, doch sein Blickfeld nahm nur langsam wieder Konturen an, bevor er schlussendlich den weißen Schatten – Kaei – identifizieren und ausatmen konnte, als dieser die Aufmerksamkeit des Höllentieres auf sich zog. Benommen richtete der dunkle Rüde sich auf, taumelte erst ein Stück, bevor jegliche Erstarrung durch das Adrenalin in seinem Körper wieder aufgelöst wurde: Es sah nicht so aus, als ob der Geisterwolf alleine mit dem Vieh klar käme – auch wenn Saiyán die Worte des Hellen nur sporadisch verstand, zwischen all dem Pfeifen und Zischen in seinen Ohren.

Hals? Was war mit dem Hals? Noch bevor er dem Gehörten etwas beimessen konnte, fing er instinktiv wieder an zu knurren, zu fauchen und das Vieh von Tearl zu verscheuchen – der hoffentlich noch atmete, wenn sich für ihn schon so viel Mühe gegeben wurde! Anstatt also Kaeis Idee zu folgen, setzte er Schritt für Schritt mit seinen eigenen 'Angriffen' fort, hin in Richtung des Weißen, um das Tier weiter von dem Großväterchen zu verscheuchen. Danach konnten sie sich an den Rest wagen.
Als Kaei es irgendwie schaffte den Hirsch dazuzubringen, den Kopf zu drehen, sprang Saiyán mit all seinem Gewicht gegen die geneigte Brust des Hirsches, erwischte sogar etwas Fell mit dem Fang, auch wenn es eigentlich nur sein Ziel gewesen war das Tier zu Fall zu bringen. Mit aller Kraft – die er dank des Sturzes und der Geweihattacke eigentlich gar nicht mehr haben dürfte – versuchte er sich zuverbeißen und nicht mehr loszulassen. Er spürte den Druck, als er mitgerissen wurde.


NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




31.05.2019 16:08
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
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09.07.2006

Er gähnte langgezogen und schüttelte sich noch einmal, um auch den letzten Rest Schnee aus seinem Fell zu vertreiben. Das war's wohl fürs erste mit der Ruhe. Irgendwie taten die beiden so, als wäre es das seltsamste der Welt, sich mal ein bisschen zurückzuziehen und für sich sein zu wollen, aber vielleicht war's das für sie auch.

„Wieso nicht?“, erwiderte er, die Ohren schnippten aufmerksam. Caspar wirkte ein bisschen so, als hätte er sie mit alldem hier persönlich beleidigt und Aidan wie jemand, der ihr deshalb zur Seite stehen musste. Was genau hatte er verpasst? Seine Ohren drehten sich mit, als Caspar eine Runde um ihn herum machte, aber Aufschluss brachte ihm das nicht.

„Wolltet ihr euch gerade ein ruhiges Plätzchen für ein bisschen Zweisamkeit suchen? Tut mir Leid dass ich gestört hab.“ Er grinste und hätte nun gern einen coolen Abgang gemacht, aber dazu fehlte ihm die Motivation. Tatsächlich hätte er sich seine Ausrede auch genau so gedreht, wenn er sich mit irgendeinem anderen Rudelmitglied hätte zurückziehen wollen.

01.06.2019 16:34
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013

Akira schaute Tyára nach, die sich wortlos einige Schritte entfernt hatte. Offensichtlich hatte sie keine Lust mehr auf die Unterhaltung mit Sirion, und Akira konnte ihr das auch nicht verübeln, denn ihr ging es ähnlich. Eigentlich hatte sie alles gesagt, was es ihrer Ansicht nach zu sagen gab, wenn nicht sogar noch mehr als das. Sie warf dem Rüden noch einmal einen Blick zu, dann wandte sie sich ab und folgte Tyára. Sollte Sirion ihr doch folgen, wenn er unbedingt noch etwas besprechen wollte. Andernfalls hätte er jetzt Zeit genug, sich um seinen vorlauten, verzogenen Sohn zu kümmern.

"Komm, lass uns gehen!", meinte sie zu Tyára. Sie stellte dabei die Ohren auf und hob die Rute leicht an, schließlich war sie ranghöher, doch mit einem leichten Wedeln, denn Tyára war dennoch ihre Freundin, nicht ihre Untergebene.

Wohin sie gehen würden, war ihr egal, Hauptsache weg von Sirion und Finnjar. Vielleicht könnten sie etwas jagen, obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Hunger hatte. Oder vielleicht einfach etwas spazieren gehen.

"Ich habe jedenfalls nicht vor, mir von den beiden die Laune verderben zu lassen", fügte sie mit einem Grinsen hinzu, dass ihr allerdings nicht wirklich gelingen wollte.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
10.06.2019 02:49
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Tyáras eigenes Werk

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25.11.2014

Als sich Akira von den Beiden löste, fiel der Grauen ein riesiger Stein vom Herzen. Es hatte ihr nicht gut getan, sie gewissermaßen als Angeklagte vor den Beiden zu sehen. Anfangs war Sirion mehr moderat aufgetreten, fast wie ein Vermittler, doch zum Schluss hatte er sich auf das Niveau seines kleinen frechen Sohnes herabgelassen und sie beide angegiftet. Sie hatte absolut kein Verständnis dafür, denn der kleine Stinker hatte nur bekommen, was er verdient hatte, nachdem er sie beide belauscht hatte und nicht gerade vertrauensvoll mit seinen erworbenen Informationen umgegangen war. IM Finni.
Sie nickte der Älteren sacht und mit einem erleichterten Lächeln zu. Die Tatsache, dass sich Akira nicht länger ins Kreuzfeuer nehmen ließ, sondern dann ging, wenn sie es für richtig hielt, machte sie stolz. Sie wünschte, sie wäre genauso selbstbewusst, dass sie ging, wenn es für sie genug war, statt sich sinnlosen Gefechten hinzugeben, die sie alle nur Nerven kosteten. War sie äußerlich vielleicht auch nicht so hübsch, ihr Inneres war dafür ansehnlicher als bei vielen Anderen.
Sie schloss sich der Kämpferin an, nicht jedoch, ohne noch einen abfälligen Blick zurück auf Finnjars Visage zu werfen. Bestimmt machte er sich jetzt ins Höschen, weil es von Papa Ärger gab. Mit den Konsequenzen für sein großschnäuziges Tun hatte er wohl nicht gerechnet! Sie hingegen war zufrieden und begleitete Akira, in der Hoffnung, noch ein paar Dinge mit ihr austauschen zu können, denn im Grunde hatten sie ihr interessantes Thema ja nicht wirklich vertiefen können. Als sie schon etwas abseits waren, begann sie daher mit gedämpfter Stimme. Hier hatten schließlich Bäume und Pilze Ohren!

„Ich glaube nicht, dass du etwas bereuen musst“, urteilte sie mit einem Blick von der Seite zu ihr herauf. „Vielleicht war es nicht richtig, was du getan hast. Aber du hattest deine Gründe dafür. Manchmal zwingen einen die Umstände zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Jeder muss halt auf sein Leben aufpassen, nicht?“

Hoffentlich verstand sie das nicht in Anspielung auf Familie Sirion. Natürlich wünschte sie der kleinen Großschnauze nicht gleich Tod und Verderben an den Hals. Sie hatte Wölfe dahingehen sehen und es war gewiss kein schöner Anblick. Aber sich einzubilden, dass alle Probleme mit dem bloßen Austausch von Lauten und Gesten zu lösen waren, entsprach nicht der Realität. Viele Kämpfe konnten durch entsprechende Gesten vermieden werden, aber nicht alle. Auch sie war angegriffen worden, die Folgen hatte sie bis heute zu tragen. Sie wünschte dieses Erlebnis nicht jedem, aber ihrem Verursache durchaus. Vielleicht hätte sie den Wolf in jenem Moment, als er sie angegriffen und in die Kehle gebissen hatte auch getötet. Dann hätte sie genau da gestanden, wo Akira jetzt war und sie würde es sich verbitten, dass ihr jemand dafür einen Vorwurf machte, der nichts damit zu tun gehabt, der keine Ahnung hatte.

19.06.2019 19:41
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013

Wie Akira beruhigt feststellte, machte Sirion offensichtlich keine Anstalten, ihnen zu folgen oder sie zurückzufrufen, und Finnjar war ohnehin verschwunden, wohin auch immer. Sie konnte sich also wieder in Ruhe dem Gespräch mit ihrer neu gewonnenen Freundin widmen – diesmal aber hoffentlich ohne unerwünschte Zuhörer.
Wo waren sie noch mal stehen geblieben? Doch bevor Akira dazu kam, hatte Tyára bereits von sich aus das Gespräch wieder eröffnet.

"Ich glaube schon, dass ich es bereuen muss. Auch wenn sie den Tod verdient hatten, ich habe ihren Welpen die Eltern genommen. Aber selbst wenn ich es nicht bereuen müsste: Ich denke, dass ich es trotzdem täte."

Akira war sich selbst nicht wirklich sicher, ob das, was sie gerade Sagte, irgendwie Sinn machte.
Ihre Stimme war tonlos wie immer, als sie fortfuhr:

"Ich wurde nicht dazu gezwungen. Meine Familie ist dadurch auch nicht wieder lebendig geworden. Für sie hat sich gar nichts dadurch geändert, dass ihre Mörder nun ebenfalls tot sind. Obwohl … Ich habe habe damals davon geträumt, dass meine Mutter mir die Aufgabe gegeben hatte, sie zu rächen. Also hat es ihr vielleicht irgendwie geholfen, wo auch immer sie jetzt sein mag. Aber vielleicht war es auch einfach nur ein Traum, der mir das Gefühl gegeben hat, dass mein Leben noch einen Sinn hatte, auch. wenn es ein fürchterlicher Sinn war."

Akira schluckte. Dieses Detail hatte sie bisher kaum jemandem erzählt, und es nahm sie doch deutlich mehr mit, als es ihre gewohnt kalte Art zeigte. Doch wem sollte sie es anvertrauen, wenn nicht Tyára? Es war seltsam, doch innerhalb kürzester Zeit betrachtete sie die Graue ohne jeden Zweifel als ihre Freundin, obwohl sie nur hoffen konnte, dass das auch auf Gegenseitigkeit beruhte.

"Mein Leben ist es mir nicht wert, darauf aufzupassen. Im Gegenteil, wenn ich jetzt einfach sterben würde, würde es mir überhaupt nichts ausmachen. Ich würde mich sogar freuen, endlich meine Familie wiederzusehen. Und damals habe ich überhaupt nur überlebt, weil ich mit der Rache eine Aufgabe hatte. Sonst wäre ich womöglich von einer Klippe gesprungen, oder vielleicht einfach verhungert, weil ich keinen Sinn mehr darin gesehen hätte, zu fressen."

Akira warf Tyára einen fragenden Blick zu. Ob diese ihre Ausführungen zumindest ansatzweise verstehen würde? Insgeheim rechnete sie immer noch damit, dass Kibas Tochter sie einfach stehen lassen würde, weil der Grauen plötzlich klar werden würde, dass Akira doch zu verückt und zu verachtenswert war, um sich mit ihr abzugeben.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
22.06.2019 18:34
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Sas R. - dawnthieves.de

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25.06.2010

Im Adrenalinrausch spürte er die Tritte und Schläge des Hirsches kaum. Nach wie vor konzentrierte er sich allein darauf, den eisernen Griff an der Kehle des Tiers nicht zu lockern. Und es funktionierte, wenn auch anders als gedacht – nach einer gefühlten Ewigkeit knickten die Vorderbeine des Hirsches endlich ein. Anstatt jedoch auf die Seite zu fallen, stürzte das Vieh genau auf ihn. Erstmals lockerte er seine Kiefer um nach Luft zu japsen, die ihm von dem schweren Körper förmlich aus der Lunge gepresst wurde. Er spürte, wie die Vorderläufe des Geweihträgers ein letztes Mal über ihm erzitterten, dann blieben sie plötzlich still. Der Hirsch war tot. Jetzt musste er nur noch da rauskommen, doch das war leichter gedacht als getan. Er fühlte sich mittlerweile selbst reichlich lädiert und sein Körper schmerze von zahlreichen Prellungen, doch er lebte. Das reichte und war vielleicht mehr, als man von den Anderen sagen konnte. Die Anderen! Der Kampf in nächster Nähe schien noch immer nicht beendet. Höchste Priorität war es nun, sich unter den Fleischmassen herauszuwinden und ihnen zur Hilfe zu kommen, soweit er das noch konnte. Mit den Hinterbeinen drückte er sich ab und stieß kraftvoll nach vorn, während die Vorderpfoten den Boden zerwühlten. Prompt entfuhr ihm bei der Belastung des verletzten Sprunggelenks ein Schmerzlaut, aber mit viel Ächzen, Schnauben und Stöhnen konnte er sich schließlich schwerfällig befreien. Noch etwas benommen schüttelte er den Kopf und versuchte dann die Lage zu erfassen.

23.06.2019 20:10
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25.11.2014

Aufmerksam hörte die Jüngere der Älteren zu und sah sie dabei immer wieder knapp an, aber nur so, dass es nicht wie ein Fixieren wirkte. Ihr Körper, ihr Gesicht waren vernarbt und gezeichnet von einer wenig erfreulichen Vergangenheit. Es untermaurte das, was sie ihr berichtete und machte es nur glaubwürdiger. Aber auch die Tatsache, wie sie es ausdrückte, ließ Tyára keinen Zweifel daran üben, wie wahr es sein musste. Akira hatte eine ganz eigene Eleganz, die vielleicht nicht dem Mädchentraum von einer schönen Prinzessin entsprach. Von dem hatte sich die Graue ohnehin längst verabschiedet, denn ihr eigener Hals wies eine unschöne Narbe auf, gegen deren Erwerb sie sich beim besten Wille nicht hätte wehren können.
Akira bereute, was sie getan hatte, würde es aber dennoch wieder tun. Ein Widerspruch, der ihr zunächst nicht klar wurde. Sie zwang sich dennoch, ihr weiter aufmerksam zuzuhören. Der Aspekt mit den Welpen ließ die junge Fähe stutzen.Natürlich konnte man so argumentieren, denn nicht die Welpen hatten sich an ihr schuldig gemacht. Die Frage war doch aber, ob aus ihnen bessere Wölfe geworden wären, hätten ihre fiesen, bösartigen und schlechten Eltern überlebt und sie großgezogen. War es nicht besser, sie wuchsen bei Zieheltern auf, die ein reines Herz hatten oder … verendeten ganz und gar, bevor noch mehr Monster herangezüchtet wurden? Die Graue schnaufte schwer. Gar nicht so einfach zu beurteilen. Doch von der kindlichen Haltung, alles und jeden erretten zu wollen, zu vergeben und dafür selbst zu sterben, von der hatte sie sich längst verabschiedet. Zu schwerwiegend waren ihre eigenen Erfahrungen gewesen. Sie selbst hatte kein Mitleid erfahren. Einzig Dastan hatte sich ihr damals erbarmt und sie bei der Flucht aus dem Tyrannenrudel unterstützt. Sie schloss heute jedoch nicht mehr aus, dass er es mehr aus … hormonellen Gründen getan hatte, um es einmal so auszudrücken. Vielleicht war das ein weiterer Kritikpunkt, den man an den Rüden üben musste. Bei Finnjar hatte das mit den Hormonen noch nicht ganz so funktioniert, aber das lag vielleicht auch daran, dass bei ihm das alles noch nicht so ganz ausgeprägt war, wie man es von einem erwachsenen Rüden erwarten konnte.
Die Hellbraune hatte natürlich Recht, dass es ihre Familie nicht wieder lebendig gemacht hatte. Doch gab es da nicht einen Punkt, der eine ganz immense Rolle spielte?

„Genugtuung!“, wuffte die Jüngere plötzlich ganz aufgebracht und mit einer einmal schlagenden Rute. „Das ist es doch! Du hast nicht mehr das Gefühl, Opfer zu sein!“

In diesem Moment wusste sie wieder nicht, ob sie das jetzt aus empathischen Gründen für Akira äußerte oder ob es sie selbst war, die das so empfand. Sie selbst hatte keine Genugtuung erfahren. Vielleicht war es ein Trost, dass Dastan dem Rudeloberen damals eine mitgegeben hatte, aber wirklich gerächt war sie nicht worden. Die Schmerzen an ihrer Kehle erinnerten sie dafür bis heute jeden Tag daran, dass sie noch immer Opfer war. Doch, es änderte sich nichts, sie beneidete Akira für die Entschlossenheit, die sie damals gezeigt hatte, es den Verantwortlichen heimzuzahlen.
Als sie dann aber anfing, ihr eigenes Ansehen, ihre Würde als Wölfin und Kämpferin so herunterzuspielen, konnte die Graue nicht anders, als ihr erstmalig entschieden zuvorzukommen.

„Nein! So was darfst du nicht äußern! Du bist aber was wert!“ Völlig hiflos sah sie zu ihr auf und legte die Ohren demütig an. „Du kannst deine Familie doch später noch wiedersehen. Was ist denn mit uns?!“ Fast ein wenig enttäuscht winselte sie und fuhr ihr heimliches neues Vorbild an, nicht so über ihr eigenes Dasein herzuziehen. Akira zu früh abzugeben, passte ihr gar nicht. Von ihr konnte sie noch so viel lernen, sie war sich sicher.
„Wir … sind doch auch … deine Familie …“
Sie sah betrübt zu Boden. Ihr war durchaus bewusst, das das total blöd klang. So wirklich doll kannten sie sich ja noch gar nicht. Aber sie wusste trotzdem sicher, wenn jetzt jemand kam, der ihr diesen vermeintlichen Wunsch „erfüllte“, dann würde sie genauso handeln, wie sie es von ihr gelernt hatte … es wäre ihr eine Genugtuung.

28.06.2019 20:16
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All this passed
Without a scar
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Kati H. - dawnthieves.de

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05.04.2013

Sirion wusste, dass er soeben nur alles denkbar mögliche falsch gemacht hatte, blieb jedoch einfach ruhig stehen. Er hörte den letzten Worten der drei Wölfe zu und beachtete es kaum, als sich zuerst Finnjar und dann die beiden Fähen aus dem Staub machten. Das er nicht die richtigen Worte gefunden hatte, wusste er, jedoch was er sonst hätte sagen sollen wusste er nicht.

Einzig und allein bei Finnjar merkte er sich die ungefähre Richtung, um ihm später noch einmal folgen zu können. Akira und Tyára waren von dannen gezogen, was auch gut so war. Der Rüde hatte nicht vor noch weiter mit ihnen zu reden. Er hatte versucht den Streit zu schlichten, doch stattdessen war wohl genau das Gegenteil passiert und er hatte dafür gesorgt, dass sich die Fronten verhärtet und aufgestaut hatten. Hätte er vielleicht nicht eingreifen sollen, oder erst wenn Finnjar eine kleine Lektion bekommen hatte? Nein, das wäre auch nicht richtig gewesen, doch was sollte er zu Finnjar sagen, wenn er ihm das nächste mal begegnete? Würde der Welpe vielleicht sogar einfach vor seinem Vater davon rennen, da er ihn wohl verraten hatte?

Der Braune Wolf lies den sanften Wind an seiner Nase vorbei streifen und nahm den Geruch seines Sohnes auf. Nicht sehr stark, aber er war noch da. Was Jeanne wohl in dieser Situation getan hätte? Sicherlich hätte sie es besser gelöst und alle wären friedliche auseinander gegangen... Solche Gedanken, solche Selbstzweifel hatte Sirion bisher selten verspürt. Zumindest vor dem Tod seiner geliebten Gefährtin, mit ihr war auch ein Teil von ihm selbst verstorben, ein Teil von dem er gar nicht wusste wie wichtig er eigentlich gewesen war. Jetzt schien alles anders zu sein.
Langsam setzte sich der Vater wieder in Bewegung, sah nicht einmal in die Richtung in die die beiden Fähen verschwunden waren. Hatten sie sich kindisch verhalten, oder hatte er sich einfach nur zu Väterlich aufgeführt? Vermutlich etwas von beidem, aber das war nun auch nicht mehr allzu relevant. Sie würden sich ausquatschen und wenn sie sich das nächste mal begegneten würde sich Sirion noch einmal höflichst entschuldigen, damit es sich zumindest nicht ewig aufsparen würde. Die Fährte Finnjar´s war noch gut zu verfolgen und so machte sich Sirion im zügigen Trab auf, um seinen Sohn einzuholen.

29.06.2019 11:32
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Die Geräusche waren immer noch dumpf, doch das Bild vor seinen Augen schon fast klar, die Konturen nur leicht verschwommen. Dann schlug Saiyán neben ihm auf und es war wie ein Weckruf – der ihn dennoch nicht aufstehen ließ. Sein Gehirn alarmierte ihn nun, dass die anderen auch in Gefahr waren und eigentlich müsste er ihnen doch helfen, aber jede Bewegung schmerzte. Er konnte gerade so seinen Kopf heben und nach Kibas Sohn umwenden, doch der Versuch sich dabei auf den Bauch zu rollen, wurde von einem gleißend hellen Stechen in seiner linken Hüfte unterbrochen. Der Requist keuchte und mit der Erkenntnis, dass er seinen Rudelgefährten keinen Nutzen sein konnte, sondern ihr Versuch ihn zu beschützen sie nur gefährdete, wollte er Saiyán dazu auffordern sich in Sicherheit zu bringen. Aber seine Lungen waren zu sehr damit beschäftigt ihn nach Luft japsen zu lassen, um ihm Sprechen zu ermöglichen. Der schwarze Wolf rappelte sich zum Glück wieder auf, doch ging er gleich wieder auf den Hirsch los, bei dem Tearl nun auch Kaei sehen konnte. Er spürte, wie sein Herz flimmerte als sich das Bild kurz mit alten Erinnerungen vermischte, von Familienmitgliedern, die sich vor großen, zweibeinigen Wesen verteidigten, die ihre spitzen Stöcke über ihre Köpfe hielten, um sie anschließend nach unten zu stoßen und in die Körper seiner Liebsten zu rammen. Und wieder konnte er nichts machen. Tearl schaffte es gerade so, sich in eine bäuchlings liegende Position zu drehen, doch seine Gliedmaßen zitterten vor Anstrengung und Schmerzen.


Saiyáns Sprung gegen die Brust des Hirsches bringt das schwere Tier zwar nicht zu Fall, aber es lässt ihn rückwärts stolpern, mit leicht einknickender Hinterhand. Abgelenkt davon, dass der schwarze Wolf nun an seiner Brust hängt (zu tief, um ihm die Luft zu nehmen, aber schmerzhaft genug, um ihn panisch zu machen), bietet sich der Rücken und das Genick des Hirsches Kaei nun wie auf dem Präsentierteller.

Der Hirsch, unter dem sich Akando nun hervorgewühlt hat, regt sich nicht mehr. Die glasigen Augen starren ins Leere.


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

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05.07.2019 11:24
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31.07.2006

Spielleitung für Andraki und Toboe:

Andraki und Toboe steuern uneilig auf den Bergpass zu, weniger in ihr Gespräch, als in ihre eigenen Gedanken und Erinnerungen vertieft. Das weiße Polarlicht schummert beruhigend über ihren Köpfen und mit viel Fantasie könnten sie sich ausmalen, dass es ihnen den Weg weist. Der Bergpass ist nur noch wenige Sprünge weit entfernt.


That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

I'm not here, this isn't happening

05.07.2019 22:35
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Kati H. - dawnthieves.de

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Zumindest hatte Akira es nicht geschafft, Tyára so sehr zu verwirren, dass diese ihr nicht mehr zuhören wollte, auch wenn sie es ihr wirklich nicht übel genommen hätte. Vielmehr lauschte die Graue ihr aufmerksam – bis eine Erwiderung plötzlich regelrecht aus ihr herauszuplatzen schien. Doch Akira war davon so gar nicht überzeugt, was sie Tyára auch gleich in ihrer ausruckslosen Stimme wissen ließ:

„Genugtuung? Das ist nur ein anderes Wort für Rache. Und ja, das war es, was mich angetrieben hat. Zwar fühle ich mich jetzt nicht mehr wie ein Opfer, aber nur, weil ich jetzt selbst eine Mörderin bin. Ich glaube nicht, dass das besser ist.“

Akira war erstaunt, wie emotional Tyára auf ihre Erklärung, dass es ihr nichts ausmachen würde, zu sterben, reagierte. Natürlich war ihr klar, dass andere Wölfe ihre Denkweise oft nicht nachvollziehen konnten, schließlich war sie eine kaputte, halbwahnsinnige Mörderin. Aber dass ausgerechnet ihr Tod, der ihr selbst so gleichgültig war, für andere Wölfe eine Bedeutung haben könnte, überraschte sie sehr.
Sie kam jedoch nicht dazu, weiter darüber nachzudenken, denn Tyáras letzte Worte führten bei ihr, ohne dass sie lang überlegte, zu einem regelrechten Wutausbruch. Mit gestäubtem Nackenfell und gefletschten Zähnen knurrte sie Tyára an:

„Ihr seid nicht meine Familie! Meine Familie ist tot!“

So plötzlich, wie ihre Wut gekommen war, war sie auch wieder verraucht, und Akira war selbst erschrocken über ihre eigene Reaktion.
Sie legte die Ohren an und senkte den Blick; selbst die Rute lies sie sinken. Natürlich war eine solche Geste einem niedrigerrangigen Wolf gegenüber überhaupt nicht angebracht, aber Tyára war nun mal in erster Linie ihre Freundin, und daher war eine deutliche Entschuldigung das mindeste, was ihr jetzt zustand.

„Entschuldige bitte. Ich wollte dich nicht so anknurren. Ich wollte nur …“

Ja, was hatte sie eigentlich gewollt? Akira wusste es selbst nicht so genau.
Sie setzte erneut an:

„Es ist nur so, dass mir nie der Gedanke gekommen ist, dass mein Tod für andere Wölfe eine Bedeutung haben könnte, wo er mir selbst doch gleichgültig wäre.“

Es stimmte tatsächlich: Selbst als sie Chi und Mhariri kennen gelernt hatte, hatte sie nie darüber nachgedacht, was ihr Tod für diese beiden bedeutet hätte. Sicher, ihr war damals, als sie sich um die Welpen der beiden Mörder gekümmert hatte, klar gewesen, dass diese auf sie angewiesen waren und dass sie daher überleben musste. Bei Chi war es ihr ebenso gegangen, bis sie sie bei Mhairi in guten Pfoten wusste. Aber dass sie womöglich anderen Wölfen so viel bedeutete, dass ihr Tod für diese irgendwie schlimm wäre, war ihr einfach nie in den Sinn gekommen.
Ihre sonst so kalte Stimme klang erstaunlich warm, als sie weiter redete:

„Ich glaube, jetzt wäre es mir nicht mehr egal. Ich will jetzt nicht mehr sterben, zumindest nicht, bevor es irgendwann von sich aus an der Zeit dafür ist. Für mich selbst wäre es zwar nicht schlimm, aber ich will nicht, dass jemand wegen mir traurig ist. Und du ganz besonders nicht.“

Es kam ihr wie Verrat vor, so zu denken. War die Gefühlslage irgendwelcher Wölfe wirklich wichtiger als ihre eigene Familie? Aber andererseits: Wenn sie irgendwann starb, war sie nun wirklich lange genug tot, um ewig mit ihrer Familie vereint zu sein. Machte es da wirklich so viel aus, ob das nun ein paar Jahre früher oder später passierte?

„Ich hoffe, meine Familie nimmt mir das nicht übel.“

Aber konnte ihre Mutter wirklich wollen, dass ihre einzige überlebende Tochter die wenigen Jahre, die ihr auf der Erde noch blieben, weg warf, nur um ein bisschen früher bei ihr zu sein? Wollten ihre Geschwister das, nur weil es ihnen selbst nicht vergönnt war, aufzuwachsen und ein Leben zu führen? Das passte doch so gar nicht zu dem Bild, dass sie von ihrer Familie hatte.
Und noch eine andere Sache fiel ihr ein: Die Aufgabe, die ihr ihre Mutter im Traum gegeben hatte, bevor sie nach Diëmnar gekommen war! Sie bekam gleich wieder ein schlechtes Gewissen, weil sie solange nicht mehr daran gedacht hatte, dass sie sie im Laufe der Zeit als bloßen Traum abgetan und beinahe schon vergessen hatte. Worum ging es noch mal? Sie sollte etwas finden, was sie verloren hatte. Sie hatte ihre Familie verloren. Aber auch wenn der Wutausbruch völlig unangebracht gewesen war, inhaltlich stimmte es doch irgendwie: Ihre Familie war tot, und sie konnte sich doch nicht einfach irgendwo eine neue suchen. Dennoch war hatte sie das Gefühl, der Lösung näher zu sein, als je zuvor. Natürlich immer vorausgesetzt, dass es nicht doch nur ein seltsamer Traum gewesen war, der ihrem kaputten Hirn entsprungen war.

„Danke“, flüsterte sie leise, fast mehr zu sich selbst als zu Tyára.

Blieb nur zu hoffen, dass sie jetzt nicht durch ihre völlig unangemessene Reaktion ihre neue Freundin, den vielleicht einzigen Wolf (sie selbst eingeschlossen), der ihrer Existenz noch eine nennenswerte Bedeutung zumaß, vergrault hatte.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
06.07.2019 23:53
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Aus irgendeinem Grund wurde Aidan die Situation immer unangenehmer, auch wenn er sich nicht genau erklären konnte wieso. Das kam davon wenn man sich von Caspar auf hirnrissige Missionen mitschleppen ließ. Er hob seine Augenbrauen an und wich mit Würde zurück, als sie zu einem quietschenden Fellball mutierte und ihn unterbrach und in Welpentonlagen zurechtwies.

"Mhhhmmm...", machte er nur als vage Antwort.

Er selbst konnte eigentlich ziemlich gut verstehen, wieso man sich vom Rest des Getümmels zurückziehen wollte, aber von Caspar war das wohl zu viel verlangt. Außerdem würde er einem Wolf, der ihm mit solchen Anspielungen in den Rücken fiel erst recht nicht zur Seite stehen. Er merkte selber nicht, wie seine Schnauzenspitze blasiert ein Stück in die Höhe stieg. Sein Blick jedoch wanderte bewusst von den beiden weg, gen Himmel, wo die weißen Schleier des Nordlichtes tanzten.

"Womit habe ich das nur verdient...", murmelte er theatralisch.



when i wake up i'm afraid
somebody else might take my place

Thought I was safe beneath the smoke
But even under cover I still choke
07.07.2019 14:11
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Kati H. - dawnthieves.de

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15.06.2019

Viel schneller als nötig rannte Niari die letzten Meter über den Steinboden und grub erleichtert ihre Pfoten in das weiche Gras. Schlitternd kam sie zum Stehen, die Ohren leicht angelegt, doch die junge Fähe versuchte schnell durch ein kräftiges Schütteln ihres dichten Pelzes die leichte Furcht zu kaschieren, die sich nach und nach bei ihr eingeschlichen hatte. Sie blinzelte kurz und wandte den Kopf leicht hechelnd zurück, doch schon jetzt hatten ihre Augen sich an das dunkle Tageslicht adaptiert, so dass Niari nichts als Schwärze hinter sich erblicken konnte. Sie drehte sich ganz herum und blickte die steilen Felswände des Bergpasses hinauf, konnte kaum sehen, wo die Berge endeten. Erneut schüttelte sie sich, als könnte sie so ihren leicht gesträubten Pelz dazu zwingen, sich wieder anzulegen.

Auf der Suche nach einem Abenteuer hatte die Sandfarbene sich begeistert in den Pass gewagt, zunächst staunend und voller Eifer die neue Umgebung betrachtet. Nichts als Stein war um sie herum gewesen, steile Wände, kalter Boden, der niemals die Sonne gesehen hatte. Ihre Augen hatten beeindruckt alles aufgenommen, bis sie sich sicher war, diese Eindrücke niemals wieder zu vergessen.

Doch ihre Schritte hatten bald schon beunruhigend laut in der Stille geklungen, immer wieder hatte sie sich umgewandt und sich allmählich beobachtet und verfolgt gefühlt. Umzukehren hätte ihr Stolz nicht zugelassen, doch sie zog merkbar das Tempo an, die Ohren stets wachsam nach hinten gelegt, die sonst vor Aufregung peitschende Rute tief unter den Bauch gezogen, das Fell vor Furcht gesträubt.

Umso mehr genoss Niari es nun, diese Steinlandschaft hinter sich gebracht zu haben, sie warf sich zu Boden und wälzte sich in dem kühlen Gras, bis ihr Pelz beinahe weiß war von den vereinzelten Schneeflocken, die bereits am Boden zu liegen gekommen waren. Ihr Blick glitt hinauf zu den Nordlichtern und sie blieb staunend auf dem Rücken liegen, die Vorderpfoten angezogen und die buschige Rute strich leicht über das Gras unter ihr. Mit weit geöffneten Augen verfolgte sie die Lichter, so weit, bis sie zwischen den Bäumen verschwanden, das Maul weit geöffnet mit leicht seitlicher heraushängender Zunge hätte man sie beinahe für ein wenig irre halten können. Doch Niari hatte schon so lange keine anderen Wölfe mehr gesehen, dass sie es aufgegeben hatte, auf ihr Verhalten zu achten und darauf, wie es auf andere wirken mochte.
Sie sprang wieder auf die Pfoten, schüttelte sich ein drittes Mal und sah sich neugierig um. Ihre goldenen Augen verfolgten die Bergkämme zu beiden Seiten und sie stellte überrascht fest, dass es ihr unmöglich war, das Ende der felsigen Gebilde zu erkennen.

Begeistert trabte sie los, tiefer in diese unbekannte Landschaft. Ihr Kopf schwang allmählich von rechts nach links, die Augen nahmen jedes Detail in der Abenddämmerung wahr. Sie fühlte sich beinahe wie neu geboren und genoss die kühle Brise, die ihr um die Nase wehte, streckte die Schnauze in den Wind und schloss entzückt die Augen, als der Wind mit ihrem Fell spielte.

Normalerweise würde sie sich nun langsam nach einem Ort zum Schlafen umsehen, vielleicht vorher noch versuchen etwas Beute zu erhaschen. Doch heute war sie viel zu aufgekratzt dafür, dieser neue Ort übte eine Faszination auf die junge Fähe aus, die sie sich selbst nicht erklären konnte. Immer wieder blieb sie stehen, schnupperte an jedem Strauch, der ihr interessant vorkam, riss den Kopf hoch, als die erste Fledermaus über sie hinwegsegelte und sah ihr sehnsüchtig nach, bis sie aus Niaris Sichtfeld verschwand.

Mit gespitzten Ohren wandte sie sich wieder ab, steckte erneut die Nase in den Wind – und wich mit gesträubtem Fell zurück. Da waren fremde Wölfe! Niari fuhr herum, wollte fliehen, machte einen riesigen Satz weg von der bedrohlichen Geruchsquelle, fuhr mit vor Aufregung wild peitschender Rute gleich wieder herum und starrte in die wachsende Dunkelheit, versuchte ihre Schemen auszumachen, zu erkennen, wo sie sich genau befanden. Ein kaum hörbares Winseln entwich ihrem Fang und sie duckte sich leicht, als bestünde auch nur die geringste Möglichkeit, dass die Fremden sich nicht längst ihrer Anwesenheit bewusst wären. Niari schleckte sich über die Lefzen, wütend über ihre eigene Unachtsamkeit. Sie hatte die Wölfe so spät bemerkt, dass eine Flucht keinen Sinn mehr ergeben würde, es sei denn, sie würde sich erneut durch den Bergkamm wagen. Doch allein der Gedanke daran, ließ ihr Fell zu Berge stehen und das Winseln, das nun aus ihrem leicht hechelnden Maul entwich, war noch herzzerreißender, als das vorige.

Ein Teil von ihr sehnte sich nach der Gesellschaft anderer Wölfe, ihr natürlicher Instinkt, der die Nähe und den Schutz brauchte. Doch Niaris Verstand wusste es besser. In einem leichten Bogen versuchte sie steifbeinig und fast zum Zerreißen angespannt einen letzten, hoffnungslosen Fluchtversuch, klammerte sich an den Gedanken, dass sie die Fremden würde einfach umgehen können, sollten sie auf wundersame Weise keine Nasen zum Schnüffeln besitzen. Tief geduckt schlich die junge Fähe durch das Dickicht, das braune Fell furchtsam gesträubt, die Rute tief unter den Bauch gezogen, den Kopf immer in die Richtung gewandt, in der sie die anderen Wölfe vermutete. Sie hoffte von ganzem Herzen, ihr lächerlicher Plan würde sie retten können und die Fremden würden einfach an ihr vorbeitrotten. Die vorher so faszinierende Landschaft schrie plötzlich nach Gefahr und selbst die Nordlichter, die sie vorher als so schön empfunden hatte, schienen nun viel zu hell und bedrohlich von oben herab, als wollten sie ihren Feinden den Weg weisen und Niari ihnen völlig schutzlos ausliefern.

08.07.2019 11:06
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• A deeper breath goes out •
the pulse is racing towards the line

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Tyáras eigenes Werk

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25.11.2014

Sie konnte sich täuschen, aber Akira schien ihr erregter als zuvor, dabei hatte Tyára ihren Gefühlen nur freien Lauf gelassen und versucht zum Ausdruck zu bringen, wie wichtig sie ihr inzwischen geworden war. Natürlich war es mit der Vernarbten anders als mit Ashlynn beispielsweise, die auf sie einen deutlich sensibleren Eindruck machte und die einen ganz anderen Umgang erforderte, als diese Fähe hier. Aber jede von ihnen war auf ihre Weise eine Erholung für ihre geschundene Seele … dachte sie zumindest. Als die Ältere sie mahnte, dass sie nicht zur Familie gehörte, zuckte sie sichtbar zusammen.Was war denn jetzt? Offenbar definierte sie den Begriff „Familie“ wirklich sehr eng und sehr wörtlich. So hatte sie das doch nicht gemeint. Glaubte sie, Tyára spielte sich als Ersatz für ihre echte Familie auf? Die junge Fähe sah entgeistert schräg ins Nichts. Für einen Moment gefror ihr das Blut in den Adern. War es das, was Sirion und Finnjar gemeint hatten? War das die berühmte Akira‘sche Unberechenbarkeit? Nicht, dass sie ernsthaft glaubte, die Ältere würde ihr etwas antun, aber auch ihre soziale Bestrafung war eine solche. In diesem Moment wünschte sie sich, dass sich unter ihren Pfoten den Boden auftat und sie verschlang, auf dass sie in dem selben Kristall eingeschlossen wurde, wie ihre stolze Mama.
Das alles änderte sich auch wenig, als Akira sich im nächsten Moment für ihre Reaktion entschuldigte. Denn was einmal getan oder geäußert war, war nicht mehr zu ändern. Die Wölfin schluckte bitter und spürte wieder den Schmerz in ihrem Hals. Sie unterdrückte den Reflex, sich auf den Boden zu werfen und Unterwürfigkeit zu bekunden, denn es hätte eh nichts mehr gebracht. Verstand sie denn nicht, dass sie zu keiner Zeit vorgehabt hatte, sie oder ihre Familie zu beschmutzen? Sie hatte sich nie im Mangel an Respekt zeigen wollen, sondern sie nur trösten wollen und zum Ausdruck gebracht, wie wichtig sie für das Rudel … und auch für sie … war. Das war ja ordentlich nach hinten los gegangen. Sie konnte das koboldhafte Kichern des Stinkstiefels Finnjar förmlich bis hier hören. Im Weiteren erklärte sich Akira und bekräftigte ihre Auffassung davon, dass ihr eigenes Leben nicht viel wert war. Tyára gab sich alle Mühe, ihre Sicht der Dinge nachzuvollziehen. Sich selbst nicht viel wert sein? Stand das nicht im Kontrast zum Überlebenswillen eines jeden Wolfs? Sie sah verunsichert geradeaus. Vielleicht lief ja hier wirklich der vierbeinige Wahnsinn neben ihr, aber sie konnte das nicht ganz nachvollziehen. Diese Akira hegte ja noch nihilistischere Positionen, als sie es schon tat, dabei hatte sie lange Zeit geglaubt, nach dem Verlust ihrer Eltern konnte es nicht mehr schlimmer kommen.
Dann aber ruderte die Helle wieder etwas zurück und betonte, dass ihr ihr Überleben doch nicht ganz so egal war, auch ihretwegen nicht, was ihr dann wieder ein vorsichtiges Lächeln entlockte, mit eingezogenem Kopf und angelegten Ohren. Im Grunde hatte sie doch nur so etwas in der Art hören wollen … aber der Preis dafür war hoch gewesen. Was auch immer Akira danach tat, das Gefühl,etwas falsch gemacht zu haben, wich nicht mehr von der Jüngeren. Mit hängendem Kopf schlich sie neben ihr her, bevor sie gedankenverloren begann, zu säuseln.

„Vater ist fort … Mama ist eingeschlossen … meine Brüder sind mir ein Graus und auch sonst hab ich fast niemanden …“ Das musste jetzt reichlich dämlich klingen. Dabei versuchte sie keineswegs, sich im Selbstmitleid zu baden, sondern nur klar zu machen, wie es zu dieser Äußerung von ihr gekommen war. „Der Wunsch nach jemandem, der mich hält … er ist so groß“, fiepte sie.

Ihr war klar, dass Akira nicht so etwas wie eine zweite Mutter für sie war. Wenn sie umgekehrt versuchte, ihre Position nachzuvollziehen, dann ging es ihr doch ganz genauso. Akira war eine Freundin, würde aber nie, niemals ihre geliebte Mutter Kiba ersetzen. Der Gedanke daran war so abwegig, dass sie von allein nie darauf gekommen wäre. Vielleicht half es ihr ein Bisschen, Akiras Gefühlsausbruch nachzuvollziehen.

12.07.2019 21:26
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To the impossible Dream
No Matter how hopeless
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Immer wieder erwischte Toboe sich dabei, wie sein blauer Blick zum Himmel glitt, um zu prüfen, ob die Lichter noch da waren. Sie wurden nicht schwächer, er bildete sich sogar ein, sie strahlten heller, je näher sie dem Bergpass kamen. Er sehnte sich nach einer Antwort auf... so viele Fragen. Unzählige davon drehten sich allein schon um diese Lichter. So geheimnisvoll und unerklärlich, wie sie einfach aus dem Nichts aufgetaucht waren. Der graue Rüde wusste nicht, ob er darauf eine Antwort bekommen würde – und seine Gesellschaft in diesem Moment war so ratlos wie er selbst. Und trotzdem war Toboe sich sicher, dass die braune Fähe oft die gleichen Fragen quälten. Wie beinahe jeden in diesem Tal. Aber was blieb ihnen übrig, als mit diesen Fragen zu leben?
Ein weiterer Geruch ließ den Rüden die Ohren hin und her drehen, ehe er den Kopf zu Andraki herum wandte, sie mit leicht skeptischer Miene betrachtete.

Es werden immer mehr...“

Leise Worte, die er mehr an sich selbst gerichtet hatte, als seine Alpha auf etwas Unübersehbares hinzuweisen. Er schüttelte leicht den Kopf, richtete die blauen Augen dann wieder nach vorn. Dieser Geruch war näher als die anderen, viel deutlicher. Und hatte er nicht gerade eine Bewegung in dem Gebüsch gesehen, das von den Himmelslichtern angeleuchtet wurde? Ein Schnaufen des Grauen folgte, ehe er die hellen Augen noch einmal zu seiner Begleitung herum wandte, mit der Schnauze sachte in diese Richtung deutete.

Willst du das Versteckspiel mitspielen?“

Deutliche Ironie lag in seiner Stimme, die mehr ein leises Flüstern war, er ließ der Älteren jedoch den Vortritt, suchte das Gebüsch nur nach weiteren Bewegungen ab.

13.07.2019 20:49
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Es tat Akira in der Seele weh, zu sehen, wie sehr ihr unpassender Wutausbruch ihre Freundin getroffen hatte. Auch die gleich anschließende Entschuldigung schien nicht viel daran zu ändern. Am schlimmsten war für sie dabei, dass Tyára die Schuld anscheinend bei sich selbst zu suchen schien. Akira hätte es verstanden, wenn Tyára beleidigt reagiert oder aggressiv geworden wäre. Sie war weiterhin der Überzeugung, es verdient zu haben, dass sie alleine war und gehasst wurde. Aber das die Graue sich nun Selbstvorwürfe machte, obwohl Akira an ihrem unmöglichen Verhalten doch selbst schuld war, war für sie unerträglich. Aber was sollte sie machen? Entschuldigt hatte sie sich schon. Sie fühlte sich hilflos. Am liebsten hätte sie Tyára gebeten, sie zu beißen oder sonst irgendwie für ihr Fehlverhalten zu bestrafen. Aber ihr war dann doch klar, dass andere Wölfe da ganz anders funktionierten, als sie sich in ihrem Halbwahnsinn ausmalte, und Tyára auf eine solche Aufforderung eher abstoßend als beruhigend empfunden hätte.
Immerhin lächelte Tyára wieder zaghaft, doch ihre Körpersprache sprach Bände. Akira konnte nur hoffen, dass die Graue irgendwann tatsächlich darüber hinweg kommen würde.

Tyáras nächste Äußerung traf sie dann doch unvorbereitet. Ihr war nicht klar gewesen, wie sehr der Verlust ihrer Mutter und die Entfremdung von ihren Brüdern Kibas Tochter tatsächlich getroffen hatten.

„Ich … Ich passe auf dich auf“, flüsterte Akira leise.

Und als ihr klar wurde, dass sie nach ihrem Wutausbruch vermutlich nicht unbedingt der Wolf war, von dem Tyára so etwas hören wollte, fügte sie schnell hinzu:

„Natürlich nur, wenn du willst.“

Ihr war klar, dass das eigentlich nicht das war, was Tyára sich wünschte. Die Graue hatte das Bedürfnis nach jemandem, der sie hielt, nicht nur nach einer Aufpasserin. Aber das war alles, was Akira ihr guten Gewissens anbieten konnte.
Vorsichtig machte sie ein paar Schritte auf Tyára zu und stupste sie sanft an. Am liebsten hätte sie sich an die Graue gekuschelt, wie ein Welpe sich an seine Mutter kuschelte, um ihr das Gefühl der Geborgenheit zu geben, wie sie es vor langer Zeit, als sie selbst noch ein Welpe und ihre Mutter noch am Leben gewesen war, gespürt hatte. Aber sie wusste, dass das nicht angebracht gewesen wäre. Tyára war erwachsen, und Akira war nicht ihre Mutter.

BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
21.07.2019 17:51
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