Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 26. Oktober 1926 . Mittagszeit
WETTER | wolkenbedeckter Himmel . kaum Wind . 8 °C

Seit dem letzten Plot sind über zwei Monate vergangen. Mittlerweile ist der neue Talausgang erkundet und es wurde festgestellt, dass sich in ihm ausnahmsweise keine neuen Spiegelkristalle befinden. Auch das Rätsel des Schädels ist gelöst und konnte einem unbekannten, sehr hässlichen Raubtier zugeordnet werden, das vor vielen Jahrhunderten im Tal heimisch gewesen sein musste und mittlerweile ausgestorben ist.
Zum selben Zeitpunkt verschwand Leikuna und trotz gründlicher Suche fand niemand mehr ein Lebenszeichen von ihr. Im Spätsommer verließ außerdem Farai das Rudel, um allein auf Wanderschaft zu gehen.
Zurzeit lagert das Rudel auf der Lichtung um die Senke, in der sich die neugefundene Höhle befindet. Dank des vielen Regens steht dort drin mittlerweile knöchelhoch Wasser. Seit kurzem ist es den Welpen erlaubt, sich frei außer Sichtweite von Eltern und Aufpassern zu bewegen, solange sie nah genug bleiben. Bisher hat das gut geklappt. Doch obwohl es zurzeit fast überall im Tal Matschflächen gibt, übt die ehemalige Sumpffläche weiter im Westen noch immer einen irrationalen Reiz auf die Jungtiere aus.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.


Kaei Avéyu seit: 30 Tagen
Aiyán Tendes seit: 18 Tagen

Tears of Destiny » Rollenspiel » 4. Herbst - 1926 » Wirrer Regenschleier
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Monty Sloan - wolfpark.org

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04.08.2015
Mit Sorge in den gräulichen Augen sah er seinen Freunden still hinterher. Seine Hoffnung war derweil zweigeteilt, denn einerseits wünschte er sich, dass sie nichts finden würden und sicher waren – auf der anderen Seite aber wurmte (haha) es ihn, dass man ihnen nicht glaubte. Natürlich, sie hatten ihre Fantasie, aber es war nicht so, dass sie ständig nur durch die Gegend liefen und Lügen verbreiteten. Er war ähnlich gekränkt wie damals, als sein Vater ihm unterstellt hatte, dass er gelogen hatte. Er war gerade nur nicht in der Lage, das ebenso deutlich zum Ausdruck zu bringen. Aber vertraute sowohl Yasharo als auch Ayana. Sie würden Akando schon zeigen, dass es stimmte, was sie erzählt hatten. Er hatte sich nicht in Algen verfangen, denn Algen wurden nicht plötzlich – Finnjar hob mit einem Mal den Kopf, als ihm dieser Aspekt wieder in Erinnerung schoß.

„Das, was mich unter Wasser gedrückt hat, wurde ganz plötzlich schwerer. Ich habe mich nicht verfangen. Irgendetwas wollte, dass ich mit dem Kopf unten bleibe.“, teilte er der Hellen seinen Eindruck mit.

Bisher hatte er es dankend, aber still zur Kenntnis genommen, dass sie sich seinem Tempo anpasste. Allmählich wurde zumindest der Husten besser, aber die Erschöpfung ließ nicht wirklich nach. Während er also die Geschwindigkeit bestimmt hatte, hatte er sich selbstverständlich darauf verlassen, dass Yacáru die Richtung kannte. Hier und da prüfte auch er mal kurz mit der Nase die Witterungen, aber in erster Linie trottete er der Mutter seiner Freunde einfach blindlinks hinterher. Zwar überkam ihn kurz die Sorge, als seine Eltern nicht antworteten, aber er machte sich keine weiteren Gedanken darum. Die Beta schien zu wissen, wohin sie liefen. Mehr aus Zufall hob er irgendwann den Blick, der bislang hauptsächlich auf seinen eigenen Pfoten gelegen hatte. Auch er sah die beiden schwarzen Hinterteile und witterte instinktiv, um wen es sich handelte. Sirions und Jeannes Fährte lag ebenfalls in der Luft, doch etwas ganz anderes verunsicherte den jungen Wolf plötzlich mit einer Härte, die ihn selbst überraschte. Er roch Unsicherheit, die sich mit dem Geruch der beiden schwarzen Requisten vermischte. Eine Tatsache, die für ihn überhaupt nicht zusammenpassen wollte. Ohne es selbst zu merken, rückte er ein Stück näher an Yacáru heran. Seine Rute war unsicher zwischen die Hinterläufe geklemmt, während seine Ohren fragend durch die Luft schnippten.

„Was ist da los?“, flüsterte er davon ausgehend, dass auch Yacáru gemerkt hatte, dass hier irgendetwas nicht stimmte.

even if the sky is falling

hold my hand and help me stand
17.04.2018 12:11
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I'LL TRY TO PICTURE ME WITHOUT YOU BUT I CAN'T
cause we could be immortals
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Kati H. - dawnthieves.de

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09.07.2006



IT'S GOTTA GET EASIER
AND EASIER SOMEHOW
BUT NOT TODAY
*

Langsam setzten sich die Puzzleteile zu einem Bild zusammen, das er lange nicht mehr hatte ansehen müssen. Mit Kiba war es anders gewesen, aber auch da hatte dieser seltsame Unruhe von allen Besitz ergriffen, noch bevor sie es gewusst hatten. Und nun war es dieses Gefühl, zusammen mit Sirions kauernder Haltung, diesen angstdurchsetzten Gerüchen und Jeannes anhaltende Reglosigkeit. Alles sprach dagegen, dass sie so ruhig hier lag, während ihr Gefährte mehr als offensichtlich Angst hatte und die Zwillinge bei ihr auftauchten, auf die sie nie nicht reagieren würde. Alles, außer dem Tod.

Die Erkenntnis sickerte langsam in sein Bewusstsein und ließ sich schließlich nicht mehr leugnen. Er roch kein Blut und sah keine Erklärung, auch nicht in Sirions Gesicht, als dieser endlich den Kopf hob. Es sah eher so aus, als würde der braune Rüde bei Aiyán nach einer Antwort suchen. Der Requist wich, noch bevor Sirion es forderte, einen Schritt zurück. Jeanne war tot, die unendliche Jeanne. Aiyán wusste nicht einmal, wie alt sie gewesen war, weil es nie wichtig gewesen war. Sie war das Rudel, sie war sein Herz. Eines, das man gern mal übersah, das man für selbstverständlich nahm und für seine Sanftheit manchmal belächelte. Der Schwarze hatte Jeanne nie wanken sehen, hatte sich nie Sorgen um sie gemacht und sich entsprechend nie mit dem Gedanken beschäftigt, sie könnte irgendwann einmal nicht mehr das Herz sein. So viele waren in den letzten Jahren gegangen, auch Wölfe die Aiyán für Freunde gehalten hatte. Er hegte bei so einigen Rudelmitgliedern immer noch Zweifel, ob sie für immer bleiben würden – nur bei Jeanne war das nie der Fall gewesen. Und jetzt war sie tot, einfach so.

Aiyán verharrte noch einen Moment schweigend, doch dann kam er Sirions Forderung nach. Ohne die Nase nochmal zu Jeanne hinabzusenken oder irgendeinen trostlosen Trost auszusprechen, wandte er sich ab und bedeutete seinem Bruder mit einem Blick, mitzukommen. Er mochte Jeanne länger kennen als der wildfarbene Rüde, aber Ai sah ihn dennoch im Vorrecht, wenn es ums Abschiednehmen ging. Dieser letzte Moment gehörte Sirion und seinen Welpen. Bei dem Gedanken an Yavinja, die ja gerade ausgelassen mit Ashlynn durch den Wald tobte, zog sich sein Magen zusammen. Wann sie wohl zum nächsten Mal so sorglos herumrennen würde? Würde sie es von Sirion erfahren oder von einem der anderen? Von ihnen?

Aiyán blieb wenige Meter entfernt wieder stehen, in seiner Art der respektvollen Anteilnahme. Doch Sirion würde nicht lange allein mit seiner Gefährtin bleiben, Yacáru hatte sich aus unmittelbarer Nähe bereits angekündigt und wurde nun zusammen mit Finnjar zwischen den Bäumen sichtbar. Ais Ohren sanken, ebenso wie sein Blick. Aber er blieb, wo er war.

21.04.2018 21:14
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wolkenlos...
IST FAST WIE FLIEGEN. FREI & OHNE SORGEN.
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Sas R. - dawnthieves.de

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15.09.2015
Einen längeren Moment benötigte Caspar schon, um von der seltsam dreinblickenden Tyara – die sich ihnen scheinbar anschloss - zurück zu Andrakis Geschichte zu finden, als diese ihre Fragen beantwortete. Kurz spielten ihre Lauscher, bevor sie sich der Zimtfarbenen wieder widmen konnte, den guten Junkari – oder besser: ihr Bild von Yacáru – in Erinnerung rufend. Hm, es fiel ihr sichtlich schwer, sich eine riesige Wolkenschlange hinuntergebeugt zu einem kleinen Wolf vorzustellen, dennoch zweifelte sie Ausgangssituation nicht an. Schon alleine Toboes Heulen war nachts so laut, dass jede Schlange ihn hätte hören können – Da sollte Junkari es wohl auch schaffen können, das Wolkentier zu erreichen. Und auch wenn Andraki ihr eine plausible Erklärung für ein Entkommen vor dem Wasser ablieferte, so war sich Caspar ziemlich sicher, dass dieser ominöse Wolf es sogar ohne Felsen und Vorsprünge geschafft hätte davon zu kommen.

„Ich frage mich immer, woher solche 'Helden' diesen ganzen Mut nehmen, von dem du erzählst. Wenn hier so etwas passieren würde, läge ich versteckt zwischen euch allen und würde mich hüten, auch nur eine Wolfslänge Abstand zu nehmen! Junkari hingegen zog ganz alleine los... Wie konnte er so furchtlos sein? Und es dann auch noch schaffen, sich so einen Trick auszudenken?!“, mümmelte sie ihre Gedankengänge frei heraus und gewann sogar hinterher an Fahrt.

Selbst wenn so eine Wolkenschlange ganz Diemnar dursten ließe und Caspar sich – aus welchen Gründen auch immer – trauen würde ihr gegenüberzutreten, würde sie dennoch wie ein ängstlicher Hase im Grün sitzen und erstarren, als auch nur Worte zu finden!
Zwar wirkten sowohl Tearl, als auch Andraki und Tyara standfester und bereit dazu, sich einem solchen Monstrum zu stellen, doch Caspar ertappte sich tatsächlich dabei, ob es nicht einfacher wäre zu fliehen und das Land aufzugeben, sollte so etwas hier passieren?

Es dauerte einen Moment, bis Caspar sich aus ihren Gedanken reißen konnte, um dem nahen Ruf zum Einen zu registrieren, zum Anderen wahrzunehmen. Das war doch Yacáru? Und sie klang ziemlich aufgebracht. Zuerst zuckend, spitzten sich dann Cas' Lauscher in die Richtung, aus der die Stimme in gar nicht so weiter Entfernung kam. Die Gerüche der Rudelmitglieder schwebten ihr schon die ganze Zeit in der Nase, sie waren so selbstverständlich geworden, dass die kleine Elfe sie kaum mehr wahrnahm. Doch nun einen Ausruf wahrzunehmen irritierte sie ein wenig. Sicherheitshalber besah sie sich Andraki, aufgeregt, als bedarf es eines beruhigenden Gesichtsausdrucks der Zikmtfarbenen, dass die Helle sich wieder besinnen konnte.
...bin dem Himmel so nah.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
WIE DER VOGEL DEM HIMMEL ENTGEGEN.
ICH WILL FLIEGEN SO HOCH.
LASS' MIR DEN HORIZONT NICHT NEHMEN.

ICH FLIEGE SO HOCH.
UNTER MIR DIE WELT ZERRINNT.
ICH FLIEGE SO HOCH.
GLEICH DEN ENGELN, GESCHWIND.

SIE HABEN MICH ERHÖRT.
ENGELSRUFER


24.04.2018 12:35
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INSIDE OF ME
______________________

All we need is to believe
Someday we will find a way
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Ria P. - dawnthieves.de

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04.12.2011
Aidan sagte nichts. Kaei kommentierte das aber nicht, sondern schickte den jüngeren mit einer Kopfbewegung nach oben. Sollte er doch jemanden von den Rangwölfen holen. Akira und er würden den Fremdling schon allein aufhalten können, sollte der sich doch dazu entscheiden, plötzlich Berserker spielen zu wollen. Er ließ Aidan an sich vorbei ziehen, dann schritt er vorsichtig nach unten und verzog das Gesicht als er im Wasser ankam. Sowas – und das wo er so tiefes Wasser eh schon nicht leiden konnte. Er stakste zu Akira und betrachtete den Braunpelz skeptisch. Helfen wollte der? Wobei denn?

“Helfen willst du? ‚Tschuldige aber atmen können wir noch alleine“

super, sein Humor war abgesoffen, als er dieses Schlammloch betreten hatte. Er bleckte leicht die Zähne, knurrte leise. Nicht gegen Akira oder den Fremden, sondern eher aus Verwunderung. Sein Humor war noch nie so schlecht wie heute gewesen. Seit er sich nicht mehr wirklich an der Seite des Buntauges aufhielt, war er komisch drauf. Sogar mit der Schwester von Caspar hatte er gescherzt. Das waren vielleicht doch die ersten Anzeichen von Wahnsinn und er merkte es nur nicht.

“Wobei kann ein Fremder schon helfen? Sag mir doch, warum wir dich auch überhaupt nur eine Pfote bewegen lassen sollten“

forderte er leise und eindringlich. Niemanden würde er einfach so reinlassen, schon gar nicht wegen so obskuren Hilfsangeboten. Nicht, wenn Welpen im Rudel waren. Vorher wollte er lieber eine zufriedenstellende Antwort.
HOME IS WHERE THE HEART IS
24.04.2018 21:35
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I choose to believe
In the face of my doubts
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.07.2006
Mit beunruhigter Miene folgte Teyrm Ayanas Blick in Richtung des Tümpels. Nach den Geschehnissen der Vergangenheit bestritt er zwar nicht mehr, dass es Dinge gab, die mit sachlichem Verstand nicht zu erklären waren, an Monster glaubte er aber trotzdem nicht. Dann wandte er sich erneut Akando und Yacáru zu, die voller Sorge ihre Welpen über das Ereigniss befragten und fast schon verzweifelt eine logische Erklärung verlangten. Finnjars, Yasharos und Ayanas erboste Reaktion versetzte Teyrm in ein Déjà Vu und ein ungewolltes Schmunzeln stahl sich auf seine Lefzen, da ihn die Situation nur zu gut an seine eigene Welpenzeit erinnerte. Yasharo und Ayana hätten früher auch Toboe und er selbst sein können. Unabsichtlich fast in einem Tümpel ersaufen; das passte dicke. Als Yacárus ruhige Stimme eine an Finnjar gerichtete Frage formulierte, hätte er fast geantwortet, war sogar kurz davor und fühlte sich sogleich um Jahre zurück versetzt. Aber seine Eltern waren fort, vielleicht tot und Teyrm war inzwischen zwei Jahre alt. Es gab keine Eltern mehr zu denen er gebracht werden konnte. Schnell schaute er weg, aus Angst vor seiner zu offensichtlichen Reaktion auf seinem Gesicht. Er wollte nicht, dass sein Schwelgen in der Vergangenheit bemerkt wurde.

Nachdem Yacáru und Finnjar sich verabschiedeten, dachte er erst gar nicht darüber nach sie zu begleiten. Viel lieber wollte er dabei sein wenn Akando und seine Zwerge der Sache auf den Grund gingen. Der alten Zeiten wegen. Neugierig folgte er den Dreien zum schlammigen Wasser, blieb aber neben Yaharo und Ayana stehen, während Akando noch weiter hinein schritt. Leise lachte er in sich hinein, als er seinen Freund beobachtete- verdreckt bis zu den Knien und fast schon verzweifelt nach dem Monster suchend.
"Da war euer Vater überigens schon immer gut drin; Im Dreck wühlen. Sieht so aus als hätte Akando seine alte Leidenschaft wieder entdeckt", flüsterte er den Welpen augenzwinkernd zu.
If I could stand on top of my world
I’d still be looking up at stars that I can never touch

Now before you give up, before it gets worse
I have to believe we’re healing now

¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
26.04.2018 18:12
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THEY SAY WE ARE WHAT WE ARE, BUT WE DON'T HAVE TO BE
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Kati H. - dawnthieves.de

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06.12.2006
Saiyán starrte Jeannes leblosen Körper an, immer wieder musste er blinzeln, wenn seine Gedanken ihm Streiche spielten und sich der weiße Brustkorb trotz alle Umstände zu bewegen schien. Doch es war wahrscheinlich nur Sirions eigene Anspannung, die Jeannes Fell zittern ließ. Auch wenn der warme Geruch des Urgesteins immer mehr verblasste und einer nicht auszuhaltenden Kälte wich, fiel es dem Dunklen schwer zu begreifen, dass er die Helle nie wieder würde aufstehen sehen, geschweige denn ihre Stimme hören würde. Er konnte nicht sagen, dass er es bis jetzt genossen hätte mit dem Winterwolf zu leben, doch nun, wo sie nicht mehr da sein würde, wurde ihm erst bewusst, wie sehr die Weiße einfach zu seinem Leben dazu gehört hatte. Nicht auf eine unterstützende oder freundschaftlich vertraute Weise, sondern ganz einfach mit ihrer Anwesenheit. Bisher hatte es kein Rudel ohne Jeanne für Saiyán gegeben. Sie war ein Halt in all der Fluktuation, die Diemnar seit jeher in Bewegung hielt.
Erst als sein Bruder den Braunen direkt ansprach, wandte Saiyán sich dem Tarnfarbenen zu und zuckte bei dessen Blick zusammen, auch wenn dieser Aiyán galt. Sirion war nicht wieder zu erkennen. Ziellos winkelten sich Sais Lauscher an, während er ein Stück in sich zusammen sackte. Während Ai unter Sirions Blick zurück wich – Sai hätte es ihm gleichgetan – robbte der Dunkle wenige Zentimeter näher an das ungleiche Paar heran. Trotz den gesprochenen Worten, den er nur zu gerne gefolgt wäre um der Situation zu entfliehen, wusste er, dass er dieses Mal nicht einfach flüchten konnte. Damals, als Kiba verstarb, musste er gehen, weil seine Gefühle nicht mehr tragbar gewesen waren. Heute konnte er der drückenden Last in seinem Brustkorb stand halten. Mehr noch: So wie Aiyán damals seine Last geschmälert hatte, regte sich in ihm heute das Verlangen, Sirions Schmerz mitzutragen.
Vielleicht war es nur Saiyáns Trotzkopf, der sich jedem Gefühl entgegensetzen wollte, vielleicht war er auch einfach egoistisch genug, seine Schaulust, oder seinen Abschied hier und jetzt ausleben zu wollen. Doch er redete sich ein, dass er Sirion hier nicht mit dem leblosen Körper alleine lassen konnte. Während Ai sich schickte zu gehen, ließ Sai sich auf alle Viere sinken, die Schnauze dem Boden ganz nahe, so weit es ging zu der Weißen gestreckt, ohne sich den beiden weiter zu nähern.
Erst als Yacárus Ruf durch den Wald segelte und gleich darauf sie, gefolgt von Finnjar, den Kreis betraten, hob er den Kopf wieder. Für einen Moment erstarrt: Sollte er Finnjar aufhalten? Sollte er ihm den Blick versperren? Doch es war bereits zu spät, sie waren beide zu nah.

NIEMALS WOLLTE ICH DICH BETRÜGEN.
DOCH MEINE GESCHICHTEN VOM GLÜCK;
sie waren meine größten Lügen.




30.04.2018 12:36
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All this passed
Without a scar
×××××××××××××


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Kati H. - dawnthieves.de

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05.04.2013
Immer noch stand der Schock in Sirion´s Gesicht geschrieben, genauso wie der Ausdruck der absoluten Fassungslosigkeit. Doch er wusste, es müsste irgendwie weitergehen. Mittlerweile hatte er selbst alle Hoffnung verloren, ihm war bewusst das die weiße Wölfin nie wieder an seiner Seite stehen würde. Langsam erhob sich der Braune und wandte seinen Blick ab von dem toten Körper, hinüber zu Aiyán und Saiyán. Irgendwie war er froh das die beiden Rüden gerade hier waren. Auch wenn er sie vor ein paar Augenblicken noch weggeschickt hatte, so war er aber dennoch froh das sie weiterhin hier standen und ihm zumindest ein wenig halt gaben.
Währenddessen begann sich der Verstand Sirion´s langsam wieder aufzuklären, auch wenn sich das meiste in seinem Kopf immer noch um den Tod Jeanne´s drehte.

"Ich...ich wollte euch nicht verjagen, ihr sollt euch ruhig verabschieden wenn ihr möchtet. Jeanne hätte das so gewollt." entschuldigte er sich wehmütig bei den Zwillingen.

Doch bevor einer der Wölfe Zeit dazu hatte trug der Wind auch schon die Stimme eines weiteren Wolfes heran, sie gehörte Yacáru, dessen war sich Sirion sicher. Aber antworten wollte er ihr nicht. Es war nicht im Sinne des Rüden das sich dass halbe Rudel hier versammeln würde, auch wenn sie alle gar ein Recht dazu gehabt hätten sich von Jeanne zu verabschieden.
Der einzige Gedanke den Sirion noch umgab, war die Hoffnung das Finnjar und Yavinja den Toten Körper ihrer Mutter nicht mit ansehen müssten. Doch wie sollte der Braune die beiden davon abhalten, wenn sie zufällig auch noch hier vorbeistreifen würden?

Die weißen Augen waren weiterhin auf die Zwillinge gerichtet, er konnte weder Finnjar noch Yacáru ausmachen, da die beiden Rüden genau in der Sichtlinie standen.

"Ich weiß nicht was passiert ist. Sie ist plötzlich einfach zusammengebrochen, ich habe nichts gespürt. Mir ist nichts an ihr aufgefallen als wir zusammen gelaufen sind, ich habe versagt. Ich... Ich werde es Yavinja und Finnjar sagen müssen, ich kann nur hoffen das sie mir verzeichnen können. Denkt ihr es wäre vielleicht besser sie müssten ihren Körper nicht sehen?

Die an die Zwillinge gerichtete Frage lies deutlich hören wie verzweifelt und ratlos der Rüde gerade war. Er wusste einfach nicht was er als nächstes tun sollte. Wieder rannten ein- zwei Tränen aus seinen Augen und verloren sich im Fell. Der Rüde wandte den Kopf herum und sah nochmals auf den leblosen Körper zu seinen Pfoten.
10.05.2018 16:23
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I'LL RAISE MY VOICE LIKE A WEAPON
UNTIL THEY FALL TO THE GROUND
and down on your knees you just don't look so tall
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Kati H. - dawnthieves.de

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28.09.2008
Yacáru hatte Finnjars letzte Aussage über die Geschehnisse am Bach noch mit einem nachdenklichen „Hm…“ hingenommen, aber beschlossen es erst einmal dabei zu belassen. Ihrem rationalen Erwachsenen-Gehirn vielen auch hierfür sehr natürliche Möglichkeiten ein, aber sie sah keinen Vorteil darin – weder für sich, noch für Finn – die Angelegenheit mit weiteren Spekulationen durchzukauen. Abwarten, was Akando am Bach für Entdeckungen machte und außerdem hatte es nun Priorität Finn schleunigst zu seinen Eltern zu bringen, damit er sich erholen konnte.

So jedenfalls der Plan. Aber alsbald sie Aiyán und Saiyáns dort stehen sah und Finnjar näher an sie heran rückte, bemerkte auch Yacáru, dass etwas nicht stimmte. Es war keine schleichende Ahnung, die mit jedem Schritt drückender wurde. Es war eine Erkenntnis so schlagartig, wie ein Hieb in die Seite. Mit einem Mal fiel ihr auf, dass nichts wie gewöhnlich war. Die Geräusche, die an ihre Ohren drangen waren nicht richtig. Was ihre Augen sahen war nicht richtig. Was ihre Nase witterte war nicht richtig.

„Ich ... weiß es nicht.“

Aiyán stand dort einfach und Saiyán legte sich gerade hin und seine Haltung wirkte einfach so untypisch. Sie hörte ihre Stimmen nicht, sie sagten nichts. Stattdessen hörte sie Sirion, aber er klang kaum wie Sirion. Seine Stimme war unnatürlich hoch und gebrochen. Sie klang nach Tränen. Es roch nach Tränen. Nach Unsicherheit und Anspannung. Sie hörte Jeanne nicht. Bevor die Weiße das alles überhaupt verarbeiten konnte schnürte sich ihr schon die Kehle zu und ihr Herzschlag beschleunigte sich. Als Aiyán und Saiyán sich zu ihnen umdrehten blieb sie stehen und fühlte sich von ihren Blicken wie gebissen. Nicht etwa, weil sie irgendwie feindselig waren. Einfach, weil sie nicht richtig waren. Aiyáns Gesicht schien wie in Stein gemeißelt. Saiyán würde sie niemals so verstört ansehen. Nach ein paar Sekunden war es, als hätte jemand den Ton wieder angedreht, dessen Fehlen sie nicht einmal bemerkt hatte. Auf einmal war da wieder Sirions Stimme und was er sagte ließ ihr gleichzeitig heiß und kalt werden. Erst jetzt wandte Yacáru ihren Blick von Aiyáns starren Augen ab und trat in einem langsamen Bogen um ihn herum. Da lag Sirion. Und da lag Jeanne. Sirions Gesicht stand voller Tränen. Und Jeanne war reglos. Einfach zusammengebrochen. Ein regloser Körper.
‚Ist sie tot?‘ ging ihr durch den Kopf. ‚Warum?‘ ging ihr durch den Kopf. Aber sie erinnerte sich, die Antwort schon gehört zu haben. Es waren dumme Fragen.

„Jeanne…“

Wie als einzig übriggebliebene Option verließ einfach nur ihr Name Yacárus Fang. Und dann wandte sie plötzlich ruckartig den Kopf zu Finnjar herum, sich der Präsenz des Jungwolfs wieder bewusst werdend, aber doch nichts tuend. Vor dieser Erfahrung konnte sie ihn nicht beschützen. Sie durfte es nicht.

And in my mind, in the faraway here and now, I've become in control somehow and I never lose my temper, because I will be the picture of of discipline, never messing up anything and I'll be a good respectable member. And it's funny how I imagined that I would be that person now, but it does not seem to have happened, maybe I've just forgotten  how  to  see that I am  not exactly the  person that I thought I'd be
Instead I am exactly the person that I want to be
18.05.2018 23:59
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Cave of Mind
the ice breaks, i'm pulled beneath
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23.07.2005
Unter die Gerüche des Waldes, der so war wie immer und die der Wölfe, die nicht so sein würden, wie vorher, mischte sich langsam noch ein Geruch, der eigentlich nicht mehr da war. Er tauchte auf, wie eine alte Fährte, die sehr schwach und schon fast verweht war. Er strich an den Wölfen entlang wie die Witterung eines Wolfes, der schon vor Ewigkeiten vorbei gegangen war, weilte kurz bei Aiyán, dann bei Saiyán bevor er sich vor dem Körper der leblosen weißen Wölfin konzentrierte und verharrte.
And I will be your  hope when you feel like it's over

I will pick you up when your whole world shatters
And I will guide you when you're afraid to move on
I am with You

I will carry you through it all
I won't leave you, I will catch you
When you feel like letting go
Because you're not, you're not alone

And I will keep you save
And I will be your home
I am here for all of you

You're not alone
19.05.2018 00:15
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Kati H. - dawnthieves.de

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20.10.2013
Akira hatte überlegt, vorzuschlagen, dass sie einen der Alphas holen könnte, während Aidan und Kaei den Fremden bewachen würden. Das wäre deutlich besser, als den Fremden zu den Alphas und damit zwangsläufig auch in die Nähe der Welpen zu bringen.
Doch anscheinend hatte Aidan sich unterdessen entschieden, das zu übernehmen. Oder vielmehr hatte Kaei so entschieden. Der weiße Rüde hatte zwar nichts gesagt, aber Aidan mit einer Geste dazu aufgefordert, und dieser hatte verstanden.
Auch gut. Vielleicht war sie ohnehin besser darin, den Eindringling zu bewachen. Immerhin war sie eine Kämpferin! Auch wenn sie sich insgeheim eingestehen musste, dass sie doch nicht so gut war, wie sie vorher angenommen hatte. Hier im Rudel hatte sie meist mehr einstecken als austeilen müssen. Oder vielleicht war sie es nicht mehr? Womöglich waren ihre besten Tage bereits vorbei. Sie hatte nie darüber nachgedacht, wie es wäre, alt zu werden, da sie schon immer fest davon ausgegangen war, jung zu sterben.
Nun, jetzt war nicht die Zeit für solche philosophischen Gedanken. Der Fremdling stellte eine potentielle Bedrohung für das Rudel dar. Und sollte er versuchen, gewaltsam an ihr vorbei zu kommen, würde sie notfalls sogar ihr Leben dafür geben, ihn aufzuhalten. Dann hätte ihr Tod wenigstens Sinn. Aber ihr war klar, dass es nicht dazu kommen würde. Wahrscheinlich bräuchte Kaei nicht einmal ihre Hilfe, um mit dieem Hjalmar fertig zu werden. Und ein wenig bedauerte sie das sogar.
Kaei begrüßte unterdessen den Neuling mit derselben unfreundlichen Art, mit der er sie damals auch im Rudel willkommen geheißen hatte. Es gefiel ihr nicht so ganz, dass er Hjalmar somit unnötig provozierte, sie sagte aber nichts dagegen. Einerseits wollte sie vor einem Fremden keinen Streit anfangen, der bei diesem womöglich den Eindruck erwecken könnte, das Rudel sei uneinig und daher schwach, und andererseits hatte Hjalmar es auch nicht besser verdient. Er hätte sich ja nicht so anschleichen müssen, als führe er etwas ungutes im Schilde. Und vielleicht tat er das ja sogar auch.
Stattdessen schlug sie Kaei vor: "Wir könnten heulen, damit die Alphas sich vielleicht schon auf den Weg machen können und Aidan entgegen kommen."

Sie tat dies mit einer bewusst kalten Stimme, außerdem achtete sie darauf, das eiskalte, gefühllose Gesicht zu zeigen, dass sie früher stets wie eine Maske getragen hatte, ohne selbst zu wissen, dass es noch etwas darunter gab. Ursprünglich hatte sie bewusst grimmig schauen wollen, aber so war es für den Fremden vielleicht noch beeindruckender und außerdm war es für sie einfacher, denn so war sie es gewohnt.
BUT IN MY DREAMS
I SEE THE ONES I LOST SO LONG AGO
19.05.2018 17:00
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Monty Sloan - wolfpark.org

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04.08.2015
Why did you go? I had to stay
now I'm reaching for you
will you wait?
will I see you again?


Sein Blick verharrte an Ort und Stelle, während das ungute Gefühl in seiner Brust immer mehr anschwoll. Yacáru klang ebenfalls danach, als würde sie dem Ganzen nicht wirklich trauen, dabei hatte er sich gewünscht, sie könne den Moment irgendwie verharmlosen und ihm die Angst nehmen, die immer schwerer auf seinen Brustkorb drückte. Einen Augenblick war er stehen geblieben, während die helle Wölfin weitergelaufen war. Erst, als er ihre Bewegung aus den Augenwinkeln wahr nahm, setzte auch er sich wieder wie mechanisch in Bewegung – seine silberblauen Augen hatten sich noch immer nicht von den Gestalten gelöst, die sich nach und nach deutlich vom Hintergrund abhoben. Aiyán stand etwas abseits, Saiyán kauerte untypisch am Boden, während die Stimme seines Vaters so unheimlich fremd in seinen Ohren widerhallte. Was er sagte, konnte der junge Wolf nicht wirklich aufnehmen, denn sein müder Geist war viel zu sehr damit beschäftigt, dass einer der Gruppe kaum Anteil an dem Aufruhr zu nehmen schien – und das passte überhaupt nicht ins Bild. Er nahm kaum wahr, dass sie dem Moment tatsächlich näher kamen; nahm kaum wahr, dass er sich nach vorne bewegte, denn alles in ihm wollte mit einem Mal fliehen. Es gab nichts, was er als Ursache benennen konnte – er wollte fort, weg von hier, obwohl er sich eben noch nichts sehnlicher gewünscht hatte, als die Nähe seiner Eltern zu spüren und zu genießen. Aber jetzt fühlte sich eben diese schützende Nähe erdrückend an, fast schon beißend. Auch, als seine zögernden Schritte erstarben, als sie bei den anderen angekommen waren, hatte sich der unbeteiligte Körper nicht bewegt. Keine Freude, dass er da war; keine Reaktion. Wie in Trance ruhten seine Seelenspiegel auf dem weißen Pelz der Wölfin. Der Druck auf seiner Brust nahm ihm die Luft zum Atmen.

Es war unklar, ob es Instinkt war, oder die Angst, die mit jeder Sekunde mehr zur Gewissheit wurde, aber Finnjar wusste auf bestimmte, zermürbende Art, dass er seine Mutter nie wieder sprechen hören würde. Ihre Stimme war verstummt und ihre Nähe würde mit der Zeit mehr und mehr an Kälte gewinnen. Ihr Lachen verblassen und der Schutz, den sie bot, allmählich verziehen. Finnjar wusste, dass sie nicht mehr da war, obwohl sie doch kaum eine Wolfslänge von ihm entfernt lag. Sie war fort und schien jeglichen Funken Freude und Hoffnung mit sich genommen zu haben. Mit einem Mal fühlte er sich unheimlich allein und verloren. Eben, als er fast ertrunken wäre, hatte er Angst gehabt, doch er hatte gewusst, dass es einen Ort gab, an dem man ihm nichts tun konnte. Dieser Ort allerdings schien nun vergangen und er hoffnungslos, verloren und allein.

Yacárus Flüstern hatte er gar nicht wahrgenommen. Eine Ewigkeit schien für ihn vergangen zu sein, als er aus seiner Trance erwachte und voller Unbehagen feststellte, dass sämtliche Blicke auf ihm ruhten, als wäre er der einzige, der irgendetwas tun konnte. Schwermütig erwiderte er jeden einzelnen von ihnen. Seine Rute drückte sich mittlerweile dicht an seinen Bauch. Die Angst, die er im Blick seines Vaters erkannte, machte es nicht einfacher. Obwohl er diesen Anblick vorher kaum für möglich gehalten hätte, hatte er das Bedürfnis, ihm beizustehen. Sein Körper allerdings brachte nicht mehr zustande, als ihm reglos entgegenzustarren, bis er – getrieben von all den Blicken der Wölfe – langsam die letzte Distanz zu seiner Mutter überwandt.

„Warum tut sie nichts?“, murmelte er, ohne eine Antwort zu wollen. Erstaunlicherweise klang er eigenartig gefasst, hätte seine Stimme denn überhaupt nach ihm geklungen. „Warum sagst du nichts...“

Ein letztes Mal... Bei den letzten Worten grub sich seine Schnauze allmählich in den dichten, ach so schützenden weißen Pelz Jeannes. Ihre Witterung umgab ihn und versuchte, ihm vorzugaukeln, dass alles in Ordnung war, doch er konnte sich nicht auf dieses Trugbild einlassen, so sehr er es auch gewollt hatte. Finnjar sank unsanft zu Boden. Sein Kopf versteckte sich noch immer in Jeannes Nacken, ehe er den Fang gen Himmel hob. Anfangs war es lediglich ein Winseln, was seine Kehle verließ doch schließlich schwoll es zu einem Heulen heran, welches ganz allein seiner Mutter gehören sollte. Es sollte ganz allein Jeanne gehören und er hoffte, dass sie es hören konnte, wo auch immer sie war. Einen kurzen Augenblick stolperte seine Stimme, als ihn ein Windhauch steifte, der weder wirklich noch vertraut schien, doch er brachte Trost. Ein kleines bisschen jedenfalls, denn er ließ ihn hoffen, dass zumindest Jeanne jetzt nicht mehr alleine war.

even if the sky is falling

hold my hand and help me stand
31.05.2018 22:14
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Tearl erwiderte nur kurz Tyáras Blick, bevor er wieder zu Andraki und Caspar hinüberwechselte. Er dachte sich nichts dabei, denn er war es wie erwähnt gewohnt, von den Zwillingen so angesehen zu werden. Es war besser, wenn ihn nicht interessierte, was Kibas Kinder von ihm dachten. Er konnte eh nichts daran ändern. Manchmal fragte er sich, was sie wohl erlebt hatten. Bei Toboe wusste er es bis zu einem gewissen Grad, denn er und Teyrm hatten einige Zeit bei ihm und Eeal und Ceal verbracht, aber besonders über Tyára hatte er sich zumindest damals noch oft Gedanken gemacht. Die schwarzen Brüder hatte er vorher nie kennen gelernt, aber die Schwester war damals mit ihrem grauen Bruder unterwegs gewesen. Damals hatte sie es Toboe und Teyrm übelgenommen, sich von ihnen aufhalten zu lassen und war abgehauen. Und er hatte sich Vorwürfe gemacht, nicht genug aufgepasst zu haben. Aber seitdem waren zwei Jahre vergangen. Er konnte nicht mehr sagen, zu welchem innerlichen Ergebnis er damals gekommen war, was ihren Verbleib betraf, aber er war sich sicher gewesen, sie nicht wieder zu sehen. Aber es kam eben immer alles anders, als es sollte. Wie auch immer dieses ‚sollte‘ aussah.

Andraki erklärte derweil ein paar Details aus ihrer Geschichte. Statt weiter Fragen zu stellen, schien Caspar dann aber auf eine andere Art und Weise nachdenklich zu werden. Ihre Worte weckten auch in ihm etwas, das er an sich selbst nicht mochte. Er konnte sie gut verstehen. Heldenmut war etwas wahrlich Bewundernswertes und etwas, das er noch nie besessen hatte.

„Verzweifelte Zeiten erfordern oft verzweifelte Maßnahmen. Aber mutig sein ist schwierig. Manch kluger Wolf kann in einer verzwickten Lage keinen klaren Kopf mehr behalten. Manchmal sind es dann die, denen man vorher nie etwas zugetraut hätte, die in so einer Situation plötzlich über sich hinauswachsen.“

Vielleicht klang das ja aufmunternd in ihren Ohren. Die wenigsten konnten sich selbst gut genug bei etwas einschätzen, mit dem sie noch nie konfrontiert gewesen waren. Er schon … und als er in ihrem Alter war, hatte ihm das die bittere Erkenntnis gebracht, dass er nicht in die letztere Kategorie gehörte.

Yacárus Geheul vorhin hatte er nur mit einem Ohrenschnippen zur Kenntnis genommen. Es war nur einer dieser kurzen, beiläufigen Rufe gewesen, wie man sie fast jeden Tag hier und da mal hörte. Irgendwer fragte nach dem Aufenthaltsort eines anderen, weil sie nun mal nicht immer alle beisammen waren. Es hatte nichts Dringliches darin gelegen.
Das änderte sich schlagartig, als nun neuerlich ein Heulen über den Wald hinweg schall, aber so gänzlich anders klang. Es war ein Klageruf einer jungen Stimme und er ließ ihm augenblicklich das Fell zu Berge stehen. Sein Herzschlag hatte sich schon unwillkürlich beschleunigt, als er den Kopf herum und gen Wald riss. Wortlose, laute Trauer schlug ihnen entgegen. Wieso …? Als er sich wieder umdrehte, den Blick von Andraki suchte, musste er feststellen, dass sich sein Körper schon ganz automatisch in Bewegung gesetzt hatte und seine Pfoten ihn so schnell wie möglich in die Richtung des Geheuls schicken wollten.

That there, that's not me.
I go where I please. I walk through waterfalls, I float down the river.
In a little while, I'll be gone. The moment's already passed, yeah, it's gone.
Glaring lights to swallow shadows, rainfall and blizzards to bury ghosts

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05.06.2018 20:13
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Noch offensichtlicher konnten sie ihren Unmut Hjalmar gegenüber nicht zeigen. Der Rüde wurde sonst nie mit so einem Misstrauen konfrontiert. Scheinbar hatte dieses Rudel nicht immer sonderlich gute Erfahrungen mit Neuankömmlingen gemacht. Hjalmar seufzte.

"Nun, ich kann auch wieder gehen, wenn euch das lieber ist.", sagte der alte Rüde betrübt. "Ich wollte keinen Unmut schüren, nur meine Hilfe anbieten. Ich bin ein einfacher Wanderer mit dem Wunsch die Umgebung näher kennen zu lernen".

Er war nicht traurig oder bestürzt. Hjalmar muss nunmal auch damit rechnen nicht immer herzlichst willkommen geheißen zu werden. Seine Erklärung wirkte vermutlich eher wie eine Ausrede. Der Schuss würde wohl nach hinten los gehen, egal wie sehr seine Aussagen der Wahrheit entsprechen. Der Braune setzte ein paar Schritte zurück zum Tunnel aus dem er vor nicht all zu langer Zeit in das Tal gerieht, doch behielt er die beiden Rudelmitglieder aufmerksam im Blickfeld.

Der weiße Rüde war ... sehr negativ. Hjalli wusste ihn nicht so recht einzuordnen, vielleicht war dies aber für den Anfang nicht so wichtig, so leichtsinnig wie der Braune ist.

"Es ist eure Entscheidung wie ihr mein Auftauchen handhabt", entgegnete er Kaei.

Die Fähe schlug vor nach den Alphas zu rufen. Dies schien ihm fair. Je mehr sie das Gefühl bekamen die Kontrolle über die Situation zu haben, umso besser. Denn so konnte Hjalmar sein wahres Ich weiterhin offen legen. Egal ob sie ihm glauben oder nicht. Dem alten Herren war es ganz gleich.

"Meinetwegen, ihr habt das Sagen", sprach er. Und machte seinen Rückwärtsgang rückgängig.
▪ ▪ ▪ ▪
《 For home a song that echoes on 》




And all who find us will know the tune
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11.06.2018 16:16
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Ayana nickte Finn zu, als er mit Yacáru von dannen zog. Sie schmollte, als ihr bewusst wurde, als wie unwahrscheinlich die Erwachsenen ihre Geschichte fanden. Die helle Fähe würde ihre Eltern doch nicht anlügen! Zumindest war das keine Lüge gewesen. Sie zitterte immer noch vor Aufregung. Von wegen Algen!
Als ihr Vater schließlich schmatzend durch den Teich lief und sie dabei fragte, ob es die richtige Stelle war, war sich die Helle nicht mehr so sicher...das war alles so schnell gegangen...vielleicht war es noch weiter hinten passiert? Oder links daneben? Je länger sie nachdachte, desto unsicherer wurde sie sich.
Verdammt! Wie sollte ihr Vater ihr glauben, wenn sie selbst nicht sicher war.

"Hm...ja...da. Da sollte es sein"

sagte sie mit leiser Stimme und senkte den Kopf. Sie hoffte, dass das schwarze Ding nicht kommen würde um ihren Vater zu holen! Andererseits wäre das das Richtige, damit sie ihnen glauben würden.
Was dachte sie da! Niemals wöllte sie das ihr Vater in Gefahr geriet.

Plötzlich hörte sie ein Jaulen. Sie schaute die Anderen an. Was war passiert?

Immer die Mutigen*

Doch soweit ich weiß

Sind die mit den guten Geschichten
17.06.2018 16:37
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SL für Akando, Yasharo und Ayana:

Als die Wölfe zurück zum Bach kamen, wurden sie still von dunklen, glitzernden Augen beobachtet. Nach einer Weile wandten sie sich ab. Wer aufmerksam war und gerade in die richtige Richtung geschaut hatte, würde vielleicht noch sehen, wie sich das Ufergras bewegte und die Schwanzspitze einer schwarzen Schlange in einem Erdloch verschwand.

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18.06.2018 15:37
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