Spielleitung & Helfer
 
Gründung:    23. Juli 2005
12 Rüden
9 Fähen
davon 4 Welpen
TAG | 30. Dezember 1926 . abends
WETTER | Himmel schon recht dunkel # vereinzelte Schneeflocken # weiße Nordlichter # -6 °C

Seit dem letzten Plot sind etwa 2 Monate vergangen. Die Welpen lernen langsam mit dem Verlust Jeannes zurecht zu kommen, doch es ist schwer, vor allem für ihre eigenen. Als der Herbst in den Winter überging, ist das Rudel zum Gebirgsbach weitergewandert. Man hat wie schon im vergangenen Jahr kein Interesse daran, in der "Winterhöhle" Quartier aufzuschlagen, aber man ist sich um ihren Nutzen bewusst, sollte der Winter mit heftigen Schneestürmen aufwarten, deshalb wurde beschlossen, einfach in ihrer Nähe zu lagern. Während der Winterpelz bei den Wölfen an Fülle gewonnen hat, schienen sich außerdem bei ein paar Individuen neue Abzeichen im Pelz herauszubilden. Es ist nicht übermäßig auffällig, da sich der Prozess mit dem Fellwechsel vermischt, aber irgendwie sehen ein paar Rudelmitglieder ein ganz klein bisschen anders aus als sonst, oder? Was aber definitiv jedem an diesem Tag auffällt ist das weiße Nordlicht, dass am Himmel erschienen ist. Genau wie es nach jenem Tag im letzten Winter auftauchte.

Ab 6 Tagen werden hier User darauf hingewiesen, wie lange sie schon mit Schreiben dran sind. Diese User dürfen nach dem Ermessen des Wartenden übersprungen werden.



Prolog

Am Anfang gab es den Raum und die Zeit. Es gab die Erde und ihre Meere, ihre Kontinente und ihren Himmel. Und man sagt, als einst die Welt eine bestimmte Position in der Umlaufbahn des Sonnensystems eingenommen hatte und das Polarlicht über dem Planeten tanzte, da regnete lichtgewordener Staub eines gestorbenen Sterns ins Zentrum der Erde hinab. Er fiel direkt durch die Aurora auf eine karge, lange Erhebung mitten im Nord-Atlantischen Ozean und verschmolz mit seiner Oberfläche. Warum genau weiß niemand, aber nach diesem Ereignis entstand eine gigantische Masse aus Kristall im Inneren der Insel und grub sich in fast jeden Winkel. Sie hauchte ihr Leben ein. Berge und Gebirge türmten sich in den folgenden Jahrhunderten auf, Flüsse schlängelten sich zwischen ihnen hindurch und hinterließen an manchen Stellen Seen, Wälder fingen an zu wachsen und Tiere besiedelten die große Insel. Sie tauften sie auf den Namen Celydiën – „Das Herz der Welt“.

Am Ende, als der Kristall fast all seine Energie verbraucht hatte, um Celydiën zu einem fruchtbaren Land zu machen, da sandte er eine Art Hilferuf aus, um jemanden zu finden, der ihm helfen konnte das neugeschaffene Leben intakt zu halten. Und die Wölfe hörten ihn. Es waren ganz bestimmte Wölfe, die Größten, die die Welt jemals gesehen hatte. Groß genug, um einen ausgewachsenen Elchbullen zu Fall zu bringen, stark genug, um sich zusammen gegen einen Bären zur Wehr zu setzen und klug genug, um ein ganzes Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Es dauerte eine Weile, bis die Wölfe ihre Rolle verstanden. Und so gottgleich das Schaffen des Kristalls auch erscheinen möge, so ist er selbst doch kein lebendiges Wesen mit einem Bewusstsein und Gefühlen. Er ist ein Triebwerk, kein Allmächtiger. Ein pseudo-Organismus mit schier endloser Speicherkapazität, der allerdings keine eigene Intelligenz besitzt. Letztendlich ist der Kristall nur ein starrer Körper mit unvorstellbaren Kräften, aber auch enormen Fehlern.

Aber für alles, was dem Kristall fehlte, gab es die Wölfe. Ohne, dass sie sich dessen bewusst waren, machte der Kristall sie zu einem Teil von sich und schuf einen Kreislauf des Gebens und Nehmens zwischen ihnen und sich. Sie hatten sich in einem Tal auf der Insel niedergelassen, dem sie den Namen Diëmnar „Schicksal“, gaben. Bereits die ersten Wölfe, die dort geboren wurden, wiesen ein stark verändertes Aussehen zu ihren Eltern auf. In den nachfolgenden Generationen kristallisierte sich im wahrsten Sinne des Wortes eine silbergraue, bläulich schimmernde Fellfärbung heraus, die von dunklen Marmorierungen durchlaufen wurde. Sie nannten sich Requisten.
Nach ihnen kamen die Menschen nach Celydiën und man akzeptierte sie dort, weil sie das Leben schätzten, allen Tieren Respekt zollten und die großen Silbernen ehrten. Lange Zeit blieb so alles im Einklang miteinander.

Doch diese Zeit ist längst vorbei. Denn der Mensch blieb nicht ewig ehrfürchtig und den Gesetzen der Insel ergeben. Erst kam die Gier, dann wurden sie immer mehr und das restliche Leben auf der Insel weniger. Der Kristall bemerkte die Veränderungen und stufte die Menschen als Gefahr ein. Daraufhin konnten die Menschen keine Kinder mehr bekommen und ihre Jäger hatten keinen Erfolg mehr. Leider brachte es sie nicht dazu, ihr Ende zu akzeptieren – im Gegenteil. Es liegt in der Natur des Menschen, sich gegen das zu wenden, was sie verehren, wenn alles andere aussichtslos ist. Als nur noch eine Hundertschaft von ihnen übrig war, drangen sie in das Tal der Requisten ein und töteten sie. Doch auch dieses schreckliche, blutige Massaker konnte sie nicht vor ihrem Untergang bewahren. Die Menschen verschwanden. Und die wenigen, die es noch schafften Celydiën zu verlassen, verschlang der Ozean.

Das Unheil, das die Menschen angerichtet hatten, würde alles vorstellbare übersteigen und traf weit mehr, als nur die Wölfe. Von den Requisten war fast keiner übrig geblieben, nur eine einzige Überlebende blieb im Tal zurück. Nur dieser letzte, seidene Faden zwischen Wolf und Kristall verhinderte den augenblicklichen Untergang Diëmnars. Aber es lag im Sterben, denn die geschlagenen Wunden waren zu groß.


Unsere Geschichte

Tausend Jahre lang, hatte der Kristall Celydiën vor der Außenwelt beschützen können und verhindert, dass nach den Menschen weitere Eindringlinge die Insel betreten konnten. Nun aber hatte er seine Energiequelle verloren und weil die Menschen die Körper der Requisten aus dem Tal entfernt hatten, verstand er nicht, dass sie alle tot waren. Wie schon am Anfang der Zeit, fing er also wieder an einen Hilferuf auszusenden, um seine Wölfe zurück zu holen. Dieses Mal öffneten sich Tore in der ganzen Welt. Sie sind allerdings nicht als solche zu erkennen und ihr einziges Merkmal ist der dichte Nebel. Gerät ein Wolf in eines dieser Nebelfelder, wird er auf Celydiën wieder hinaus treten, ohne das Geringste von der Distanz zu bemerken, die er gerade überwunden hat.
Viele Wölfe sind seit dem wieder nach Diëmnar gekommen … aber nicht die, die der Kristall hatte erreichen wollen. Keine Requisten, sondern Fremde, die für das sterbende Diëmnar Eindringlinge darstellen. Unbemerkt von all ihnen und auch der unwissenden Requistin, begann es seinen Todeskampf. Stürme aus Eis und Regen ergriffen in den nächsten Jahren das Land, Feuer wütete durch die Wälder und die Erde bäumte sich auf. Immer wieder verloren Wölfe ihr Leben bei diesen Katastrophen, die sich niemand erklären konnte. Über dem Rudel schwebte ein düsteres Schicksal, das viele Tränen kostete.
Doch je mehr Unheil passierte, desto stärker wurde der Drang danach die Ursache zu kennen und eine Lösung herauszufinden. Eines Tages entdeckte das Rudel Teile des Kristalls im Inneren des Gebirges, aber leider warfen sie mehr Fragen und Rätsel auf, als sie erklärten. Viele verwirrte Wölfe hielt es nicht lange in Diëmnar, sie flohen lieber, um ihren eigenen Pelz in Sicherheit zu wissen. Und die Lebenskraft des Tals schwand weiter und weiter. Es hätte nicht mehr lange gedauert und es wäre gestorben und mit ihm alles Leben in Diëmnar. Dann fand das Rudel das schwache Herz Diëmnars im zentralen Berg „Sanctarum Ceres“. Wieder schien es nur neue Fragen aufzuwerfen. Überall diese Spiegelkristalle mit seinen surrealen Bildern, die aber in keinem Bezug zum Zustand des Tals standen. Die Beben im Tal wurden zur Routine und allen war klar, dass ein gefahrloses Leben in Diëmnar schon längst nicht mehr möglich war.

Ein letztes Mal machte sich die hilflose Requistin auf, um herauszufinden, was mit ihrer Heimat passierte und warum, bevor sie vermutlich dafür sorgen musste, dass ihr Rudel Diëmnar verließ. Dieses Mal begleitete sie nur ihr ewiger, im stillen geliebter Beschützer und Mitalpha. Und dieses Mal fanden sie eine Lösung. Eine tragische Lösung. Ein Kristallsplitter offenbarte ihnen, dass das Tal im Sterben lag und es nur noch eine Möglichkeit gab, diesen Prozess aufzuhalten. Würde die Requistin mit dem Kristall eine direkte Verbindung eingehen, könnten sie über einen unbestimmten Zeitraum vielleicht genug Energie erzeugen, um Diëmnar zu heilen. Für die Requistin bedeutete das ihr Rudel, ihre Kinder und all ihre Liebsten zurück zu lassen und sich in einen langen Schlaf im Kristall versetzen zu lassen. Der gewöhnliche Wolf an ihrer Seite bat darum bei ihr bleiben zu dürfen und sich ebenfalls in den Kristall einschließen zu lassen. Der Kristall akzeptierte.

Seit dem schlafen die Requistin und der gewöhnliche Wolf eng beieinander, mitten im Herzen Diëmnars. Umschlossen von einer unzerbrechlichen Schicht aus Kristall, tragen sie beide ihren Teil dazu bei, um das Tal zu heilen und ihr Rudel zu beschützen. Dank Kiba Telays Opfer wurde der Zerfall des Tals aufgehalten und dank Yagos Opfer werden die anderen Wölfe nicht mehr länger als Eindringlinge, sondern als Teil Diëmnars angesehen. Wie lange der Heilungsprozess dauern wird und wann sie wieder erwachen, ist nicht vorherzusagen. Aber der Kristall prophezeite, dass ihre vereinte Kraft groß sein würde.
Für ihr Rudel beginnt nun ein neues Kapitel über Verlust und Heilung und ein Schicksal, das sie immer wieder Tränen kosten wird. Tränen der Trauer, aber auch der Hoffnung und der Freude.